Neuer Name für die Umgehungsstraße K44n

Zeche-Hermann-Wall

Die neue Umgehungsstraße von der B 236 bis zur Werner Straße, die bis dato nur K44n oder Buddenberg-Ersatzstraße hieß, wird in Zukunft Zeche-Hermann-Wall heißen. Das beschloss zumindest der Ausschuss für Verkehr am Donnerstagabend. So verlief die Diskussion.

SELM

, 29.10.2015 / Lesedauer: 3 min
Neuer Name für die Umgehungsstraße K44n

Der neue Name der Umgehungsstraße von der B 236 bis zur Werner Straße steht fest. Am Donnerstag hat sich der Rat einstimmig für den Namen Zeche-Hermann-Wall entschieden. Das Schild "Löhr-Schnellweg", das Spaßvögel zwischenzeitlich installiert hatten, wird damit keine Realität.

Die Stadtverwaltung hatte einen Beschlussvorschlag gemacht, nach dem die Straße "Markscheiderwall" heißen sollte. Dabei handelt es sich um eine Tätigkeit aus dem Bergbau. Die Diskussion war aber schnell in eine andere Richtung unterwegs - auch aufgrund einer Abstimmung in diesem Internetportal. 

Die recht einvernehmliche Debatte im Wortlaut:  

Christian Diekmann (CDU): "Die Fraktion ist von dem Vorschlag der Verwaltung noch nicht gänzlich überzeugt: Markscheiderwall. Interessanterweise haben die Ruhr Nachrichten online eine Abstimmung gemacht, wo der Markscheiderwall Schlusslicht ist. Darum würden wir als CDU-Fraktion einen Alternativvorschlag machen. Das wäre Zeche-Hermann-Wall."

Werner Sell (Die Linke): "Ich bin auch der Meinung, dass ein Markscheiderwall und ein Markscheider den meisten kein Begriff ist. Zeche-Hermann-Straße oder –Wall wäre darum für uns besser."

Peter Sowislo (UWG): "Der Vorschlag geht schon in meine Richtung, weil ich dort auch lieber die Zeche Hermann sehen würde. Denn zwei Drittel der Straße verlaufen auf tatsächlichem Zechengelände. Wall oder Straße? Ich tendiere zu Straße. Denn ich habe die Idee, dass man mal die Kreisstraße freiziehen kann vom Verkehr. Da wäre dann Straße besser geeignet als Wall. Zeche Hermann ist von der Geschichte her der bessere Ansatz."

Marion Küpper (Die Grünen): "Zeche-Hermann-Wall finde ich gut, dem würde ich zustimmen."

Wilfried Zimmermann (UWG): "Die Zeche Hermann gibt es nicht mehr, den Lüffe-Park aber noch. Der ist durch diese Straße geschädigt genug. Darum sollte man die Straße, die am Park vorbei geht, Lüffe-Straße nennen."

Jürgen Walter (SPD): "Die SPD-Fraktion favorisiert Zeche-Hermann-Straße, weil das aus der Historie am besten passt."

Dieter Kleinwächter (Ausschussvorsitzender / CDU): "Für den Namen „Zeche Hermann“ ist hier Einigkeit zu erzielen. Soll das nun Straße oder Wall heißen?  Straßen ohne Anlieger heißen auch in Bork Wall. Darum würde ich vorschlagen, das Wall zu nennen. Denn es gibt schon eine Hermannstraße in Selm: Die Trennung wäre gut, bei Notfalleinsätzen spielen solche Dinge eine große Rolle. Bevor es da zur Verwechslung kommt, sollte man zur besseren Unterscheidung Wall nehmen."

Gefahr der Verwechslung

Wolfgang Händschke (Stadtverwaltung): "Das war der Grund, warum die Verwaltung daraus keinen Beschlussvorschlag gemacht hat. Es gibt die Hermannstraße, die Alte Zechenbahn – denn in der Vergangenheit sind beim Grünen Grund / Grünen Winkel Verwechslungen geschehen. Wir sind in der Pflicht, darauf zu achten, dass es nicht zu Verwechslungen kommt. Darum plädieren wir dafür, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen."

Stephan Kühnhenrich (SPD / lacht): "Der ist ja schon abgelehnt."

Dieter Kleinwächter: "Es ehrt Sie, Herr Händschke, dass Sie dem Vorschlag der Verwaltung folgen. Aber wenn ich die Stimmung hier wahrnehme, dann erkenne ich, dass hier die Stimmung für Zeche-Hermann-Wall ausfällt."

Rolf Kurek (UWG): "Aber was ist denn ein Wall, was ist eine Straße?"

Die Argumente sind ausgetauscht.

Hubert Zumbusch (beratendes Mitglied): "Der Name Wall bezieht sich immer auf die Umschließung einer Siedlungsfläche."

Peter Sowislo: "Man könnte noch Damm sagen, denn die Straße ist komplett aufgeschüttet worden. Aber dann könnte man auch von Wall reden. Aber der Damm trennt die Wiesen voneinander."

Dieter Kleinwächter: "Ich glaube, die Argumente sind ausgetauscht. Also stelle ich den nach meinem Eindruck am meisten gewünschten Namen zur Abstimmung: Zeche-Hermann-Wall. Wer dafür ist, den bitte ich um das Handzeichen."

Bei der Abstimmung gibt es keine Gegenstimmen, keine Enthaltungen - und nur Ja-Stimmen. Der Name „Zeche-Hermann-Wall“ ist angenommen.* 

*Die K44n heißt von nun an definitiv „Zeche-Hermann-Wall“. In unserem Bericht schrieben wir zunächst, dass der Rat die letzte Entscheidung treffe. Das war jedoch nicht korrekt.

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