Noch kein neuer Kopf für den Freiherrn vom Stein

Suche nach Gipsabdruck

Vor drei Jahren ist er verschwunden: Der Bronzekopf der Statue des Freiherrn vom Stein am Schloss Cappenberg. Letztes Jahr erklärte der Heimatverein Cappenberg, er wolle sich um einen Ersatzkopf kümmern. Wir haben zum Stand der Dinge beim Vereinsvorsitzenden Heino Janssen nachgefragt - es bleibt spannend.

CAPPENBERG

30.03.2016, 05:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
So blickte der Freiherr vom Stein über die Wälder. Nun wurde der Bronzekopf am Denkmal am Schloss Cappenberg gestohlen.

So blickte der Freiherr vom Stein über die Wälder. Nun wurde der Bronzekopf am Denkmal am Schloss Cappenberg gestohlen.

Etwas länger als drei Jahre ist es nun her. Ein Diebstahl, der bis heute noch viele bewegt und der wortwörtlich eine Lücke hinterlässt. Der Bronzekopf des Freiherrn vom Stein, der lange als Denkmal am Schloss Cappenberg thronte, wurde damals von Dieben entwendet. Seit dem läuft die Diskussion über die Anschaffung eines neuen Kopfes.

Der slowenische Künstler Marko Pogacnik, der damals den Bronzekopf angefertigt habe sei gefunden worden, erzählt Heino Janssen. „Aber er hat keinen Gipsabdruck vom Kopf mehr“, erklärt der Vorstand. „Er sagte aber, dass Graf von Kanitz noch einen habe.“ Der Graf habe daraufhin seine gesamten Ländereien absuchen lassen - ohne Erfolg.

Doch noch eine Chance, einen Gipsabdruck zu finden?

Doch einen kleinen Lichtblick gibt es: „Der Graf trifft den Künstler öfter in Berlin. Er wird ihn bitten, einen neuen Abdruck anzufertigen.“, sagt Janssen. Doch auch diese Zusage ist nun schon wieder drei Monate her.

Aber Janssen hat weiter recherchiert und herausgefunden, dass auch ein Mitglied des Denkmalvereins, welches damals an der Gestaltung beteiligt war, den Gipsabdruck besitzen könnte. Da dieses Mitglied und seine Frau jedoch bedauerlicherweise verstorben sind, muss erst einmal Kontakt zu den Kindern aufgenommen werden. „Das ist wirklich ein schleppender und langwieriger Prozess“, bedauert Janssen.

Sponsoren schon gefunden

Der Heimatverein will aber keinesfalls aufgeben. „Wir schaffen das. Wir haben sogar schon einige Sponsoren zur Finanzierung gefunden.“ Ein neuer Bronzekopf würde nämlich noch einmal 5.000 bis 10.000 Euro kosten.

Es wird eine Sache von Monaten, vielleicht sogar von ein paar Jahren werden, den Kopf endlich wieder fertig an seinen angestammten Platz zu bringen, aber wenn es soweit ist, dann wird der Freiherr wieder über den Cappenberger Wald, auf seine letzte Heimat blicken.

Das ist der Freiherr vom Stein
Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (geb. 1757 in Nassau) war ein preußischer Staatsmann und Reformator, der 1831 in Cappenberg starb. Der Freiherr vom Stein trat besonders in den Befreiungskriegen gegen Napoleon in Erscheinung und wollte später die deutschen Staaten neu organisieren. Sein Andenken wird durch zahlreiche Denkmäler erhalten, viele Schulen tragen seinen Namen. Auch die Zeche Minister Stein in Dortmund ist nach ihm benannt.

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