Noch keine Entscheidung über Liveübertragung der Ratssitzung

Selmer Stadtrat

Wenn Bürgermeister Mario Löhr an diesem Donnerstag (21. 3.) um 17 Uhr im Bürgerhaus die Ratssitzung eröffnet, wird keine Videokamera auf ihn gerichtet sein. Das könnte sich demnächst ändern.

Selm

, 21.03.2019, 13:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

Noch ist es offen, ob sich die Interessengemeinschaft Kommunalpolitik Selm (IKS) mit ihrer Forderung durchsetzen wird, die Selmer Ratssitzungen künftig im Internet zu übertragen.

Die Stadtverwaltung prüft Kosten und Rechtslage

Die Kosten und die rechtlichen Voraussetzungen solle die Verwaltung prüfen. So lautet der eine Woche zurückliegende Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses. Sobald die Informationen vorliegen, wird erneut diskutiert.

Wie andere entschieden haben

Livestreaming von Ratssitzungen: Ja oder Nein? Diese Frage beantworten Städte ganz unterschiedlich. Köln und Essen übertragen ins Netz, Dortmund und Sprockhövel haben sich erst vor Kurzem dagegen entschieden.

Auch in der Selmer Politik ist die Meinung geteilt. Werner Sell, der sich seit seiner Abkehr von den Linken in der Fraktion „Wir für Selm“ engagiert, sowie Marion Küpper von den Grünen begrüßen eine öffentliche Übertragung. Thomas Orlowski von der SPD will erst urteilen, wenn die Informationen der Stadtverwaltung vorliegen. Und Peter Sowislo (UWG) hat bereits Bedenken angemeldet. Er glaube, dass die Liveübertragung nicht nur der Information, sondern auch der Verunglimpfung in den sozialen Medien dienen könne.

Maria Lipke (UWG) hatte noch einen anderen Vorbehalt. „Ich finde es immer belebend und für die Diskussionen förderlich, wenn Bürger an den Sitzungen teilnehmen“ sagt sie. Dieser direkte Kontakt werde wohl künftig ausbleiben, wenn die politisch Interessierten nur noch auf ihr Smartphone zu gucken bräuchten. „Das wäre schade.“

Warum sich ein Bürger die Übertragung wünscht

Warum ihm die Übertragung am Herzen liegt, sagt ein Bürger während einer Unterbrechung der Ausschusssitzung: „Wenn sich eine Entscheidung des Rates in zwei, drei Jahren als unsinnig erweist, kann man sich den Mitschnitt der Sitzung noch einmal anschauen und gucken, wer damals was gesagt hat.“

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