Ozan Kubat ist nicht länger Leiter der Notunterkunft

Gründe nicht bekannt

Gute zwei Wochen lang hat der 27-jährige Ozan Kubat aus Dortmund die Landes-Notunterkunft für rund 1000 Flüchtlinge in Selm-Bork geleitet. Jetzt wurde bekannt: Kubat hat die Position an einen kommissarischen Leiter abgegeben. Warum, ist nicht klar - die Entscheidung sei aber "in gegenseitigem Einvernehmen" gefallen.

BORK

, 10.09.2015, 16:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ozan Kubat ist nicht länger Leiter der Notunterkunft

Ozan Kubat (27) aus Dortmund hat die Notunterkunft in Selm Bork keine zwei Wochen geleitet.

1000 Menschen sind in der Zeltstadt am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheit (LAFP) untergebracht. 100 Mitarbeiter soll die Unterkunft, wenn sie voll besetzt ist, haben. Ozan Kubat, 27 Jahre alt und mit Erfahrung aus einer Vortätigkeit in zwei Flüchtlingseinrichtungen in Dortmund, sollte die Einrichtung leiten und das Personal führen. Das tut er nun nicht mehr: Anfang dieser Woche haben sich die Wege getrennt.

Das sagte Hans-Jürgen Hecker vom DRK Westfalen am Donnerstagnachmittag auf Anfrage unserer Redaktion. „Ja, es gibt eine personelle Veränderung. Im Augenblick ist Thomas Kirschner unser kommissarischer Leiter der Einrichtung“, so Hecker. Kirschner ist Mitarbeiter in der Verwaltung des Deutschen Roten Kreuzes und soll so lange Leiter bleiben, bis ein neuer gefunden ist.

„Wir haben uns vom ehemaligen Leiter in gegenseitigem Einvernehmen getrennt“, sagte Hecker. Über Hintergründe wollte er in der Öffentlichkeit nicht sprechen. „Das ist jetzt ein ganz normaler Vorgang“, so Hecker. Man werde versuchen, die Stelle neu zu besetzen. Das DRK hat sie neu ausgeschrieben.

Ansonsten sei Hecker mit dem Verlauf zurzeit zufrieden: „Wir sind froh, alles läuft rund, wir erbringen alle vereinbarten Leistungen. Wir haben zwar eine Schwachstelle in der Personalausstattung, aber sonst liegen wir voll im Plan.“

Derzeitiger Aufnahmestopp

Die Einrichtung war am 30. August mit dem Einzug von mehr als 400 Menschen aus aller Welt eröffnet worden. Vier Tage vorher hatte das Rote Kreuz die Vertragsgespräche mit Ozan Kubat, der sich selbst beim DRK um die Stelle beworben hatte, abgeschlossen. Er musste also gleich durchstarten und war an den Auswahlgesprächen für das Personal in einem Leitungsteam auch selbst beteiligt.

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Die Windpocken-Infektion eines Kindes führte in der vergangenen Woche dann zu einer Schließung der Einrichtung bei einem Stand von 970 Bewohnern. Die maximale Aufnahmekapazität beträgt 1000. Das Gesundheitsamt hat verfügt, dass zurzeit keine neuen Flüchtlinge mehr aufgenommen werden und auch keine Flüchtlinge die Einrichtung  auf Dauer verlassen. Von Donnerstag bis Montagmittag hat es überdies einen kompletten Ausgangsstopp für die Bewohner gegeben.

Dass der aufgehoben wurde, ist auch in Heckers Sinn: „Vor allem die Bewohner sind froh, dass sie seither wieder rausgehen können.“  

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