Panne bei Adventskalenderaktion in Selm: Traumreise kam nie zur Verlosung

Bürgerstiftung Selm

Wer hat den Hauptgewinn aus dem Adventskalender 2019 der Bürgerstiftung gewonnen? Diese Frage bleibt offen. Stattdessen entschuldigt sich der Vorstand für ein „bedauerliches Missgeschick“.

Selm

, 20.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieses Motiv vom Ternscher See zierte den Adventskalender der Bürgerstiftung, der weniger Menschen Glück brachte als er hätte können.

Dieses Motiv vom Ternscher See zierte den Adventskalender der Bürgerstiftung, der weniger Menschen Glück brachte als er hätte können. © Bürgerstiftung

Still ruht der See. Dieses winterliche Motiv des Ternscher Sees hat den Adventskalender der Bürgerstiftung Selm geziert. Ruhe herrscht bislang auch, als es um den Hauptgewinn ging: einem Reisegutschein im Wert von 2000 Euro. Bislang waren nirgends Freudenschreie zu vernehmen. Und das wird sich auch nicht ändern.

„Der Hauptpreis ist bedauerlicherweise nicht in die Verlosung gegangen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Vorstandsmitglieder der Bürgerstiftung: Gerhard Stenner, Martin Potschadel und Michael Reckers. Ein bedauerliches „Missgeschick“ sei passiert. Und das ging so.

Verkaufsstelle hatte schleppenden Verlauf nicht gemeldet

„Eine unserer Verkaufsstellen hat uns bedauerlicherweise nicht darüber informiert, dass in dieser Verkaufsstelle der Verkauf der Adventskalender nur sehr schleppend vorangeht“, heißt es in dem Schreiben der Bürgerstiftung.

Die Verantwortlichen hätten eingegriffen, wenn sie das gewusst hätten. Sie hätten die Kalender zu einer der Verkaufsstellen gebracht, die schon Ausverkauf gemeldet hatten. Oder sie hätten sie auf dem Wochenmarkt angeboten. Oder an die Tafel oder eine andere Einrichtung verschenkt. Alle Kalender hätten noch zum 1. Dezember an den Mann oder an die Frau gebracht werden können. Tatsächlich ist aber nichts von alledem passiert.

Besonders ärgerlich: Ausgerechnet in einem dieser übersehenen Kalender verbarg sich die Losnummer 1756 hinter einem Kläppchen: der Hauptgewinn.

Einnahmen sind für die Burg Botzlar bestimmt

144 Gewinne im Gesamtwert von 6.600 Euro versteckten sich hinter jedem Kläppchen. 2500 Menschen - so groß war die Auflage des Adventskalenders - hätten die Chance haben können, zu gewinnen und gleichzeitig mit dem Kauf des 5 Euro teuren Kalenders den guten Zweck unterstützt: den Ausbau der Burg Botzlar zur Begegnungsstätte für alle Bürgerinnen und Bürger.

„Der Erlös aus dem Verkauf der Adventskalender (wird) ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwendet“, schreibt der Vorstand der Bürgerstiftung. Der Einsatz sei also nach wie vor gut angelegt und komme „letztlich allen Bürgern zugute“. Für das Problem des fehlenden Hauptgewinns nennt er auch eine Lösung.

2020 gibt es 2000 Euro zusätzlich zu gewinnen

„Wir nehmen den Betrag des Hauptpreises aus der Adventskalender-Aktion 2019 zusätzlich mit in den Adventskalender 2020 hinein, sodass sich die Preise für den Adventskalender 2020 um 2000 Euro erhöhen.“

Mit allen Beteiligten habe es Gespräche gegeben, sagten die Vorstandsmitglieder, auch mit den Verantwortlichen der einen Verkaufsstelle, deren Name sie aber nicht nennen wollten. Dort werden 2020 erneut Adventskalender verkauft. Aus Fehlern dürfe man schließlich lernen.

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