Parkplatz Im Sundern bleibt bis 2018 für das LAFP

Anwohnerversammlung in Bork

Der Parkplatz bleibt – aber nur bis 2018: Selms Bürgermeister Mario Löhr hat am Donnerstagabend gemeinsam mit Anwohnern des LAFP in Bork eine Regelung gefunden, wie es mit der Fläche an den Straßen Im Sundern / Zum Sundern weiter geht, die im Zuge des Aufbaus der Notunterkunft für Flüchtlinge zum Ersatzparkplatz hergerichtet worden war. Es gab aber die (erwartbaren) Diskussionen.

BORK

, 19.08.2016, 09:51 Uhr / Lesedauer: 3 min
Parkplatz Im Sundern bleibt bis 2018 für das LAFP

Um diesen Parkplatz an den Straßen Im Sundern / Zum Sundern in Bork geht es: Bis 2018 bleibt er mit Sicherheit erhalten. Viele Anwohner sind darüber nicht glücklich.

Das Ergebnis: Nach einer Abstimmung, bei der sich rund 30 der 50 erschienen Anwohner dafür und nur zwei dagegen aussprachen, stand nach rund 75-minütiger Diskussion am Ende folgender Beschluss: Stadt Selm und LAFP schließen einen Vertrag, in dem bis 2018 eine Nutzung des städtischen Grundstücks für das Aus- und Fortbildungsinstitut als Parkplatz vereinbart wird. Darüber hinaus besteht aber keine Möglichkeit zur Verlängerung. Das LAFP beziehungsweise das Liegenschaftsamt des Landes NRW stellt sicher, dass es außer der richtigen Einfahrt zum Parkplatz und den Fußgänger-Zugängen keine weiteren Trampelpfade mehr gibt. Dazu wird das Gelände eingezäunt und mit einer Hecke umfriedet. Bis zur Sitzung am 6. Oktober wird die Politik im Rat der Stadt den Beschluss in dieser Form zur Bestätigung vorgelegt bekommen, dann wird im Ausschuss und Rat abgestimmt. An der Zufahrt zum Parkplatz wird eine Höhenbegrenzung eingerichtet, damit der Parkplatz, der ansonsten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen wird, nicht für LKW-Fahrer oder Wohnmobile befahrbar ist. Ab 2019 erfolgt dann der Rückbau der Fläche.

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Die Diskussion zuvor: Die rund 50 Anwohner kamen mit unterschiedlichen Interessen und Argumenten. Fast alle sind an der Ruhe vor Ort interessiert. Eine sagte: „Wir wohnten früher am Wald. Jetzt wohnen wir am Flughafen Düsseldorf.“ Damit umschrieb sie pointiert die Situation: Vor der Einrichtung der Zeltstadt auf dem ursprünglichen LAFP-Parkplatz war hier eine Wiese. Dann errichteten die Stadt und die Bezirksregierung Arnsberg, zuständig für die eilige Unterbringung der Flüchtlinge in der Zeit des großen Ansturms, hier einen Parkplatz, halb geteert, halb geschottert, als Ausweichgelegenheit für die von der Zeltstadt belegte LAFP-Fläche mit nach LAFP-Angaben 640 Stellplätzen für PKW hinterm Hallenbad. Der für die Liegenschaften zuständige Mitarbeiter Jörg Kalinowski sagte: „Der ist mit Ihren Steuergeldern erschlossen worden, wir nutzen ihn nun nach. Das ist doch für alle sinnvoll.“ 

Bedarf an Parkplätzen steigt

Die Polizei NRW will in den kommenden Jahren deutlich mehr Kommissare ausbilden als bisher. Von 1920 Personen statt 1500 jährlich war am Abend die Rede. Um die unterzubringen, brauche es mehr Parkplätze als die Fläche, die nun auf dem LAFP-Gelände wieder hergerichtet wird – dort, wo bis dato die inzwischen leere Notunterkunft war. Die Stadt hilft hier also dem LAFP und damit dem Land NRW, seinen Bedarf zu decken. Geld, zum Beispiel eine Pacht, wolle Mario Löhr dafür nicht vom Land nehmen, sagte er. „Aber wir stecken auch kein Geld mehr rein und der Platz steht der Öffentlichkeit zur Verfügung“, so Löhr. 

Der Schützenverein, der gegenüber Richtung „Auf dem Südfeld“ eigentlich seinen Festplatz hat, sei dafür dankbar. Denn zu Schützenfestzeiten ist alles rundherum zugeparkt. „Das nehmen wir an drei Tagen alle zwei Jahre aber in Kauf“, sagte eine Anwohnerin. Eine Frau sagte, dann sei aber eine vernünftige Sicht- und Lärmschutzlösung notwendig. An den Anwohnerstraßen soll das Halteverbot bestehen bleiben, Parkausweise für Anwohner und ihre Gäste behalten ihre Gültigkeit. „Und das Ordnungsamt wird das kontrollieren“, so Löhr. Für die Ordnung auf dem Parkplatz selbst werde aber das LAFP zuständig sein.

Ein Anwohner warf ein, dass das LAFP selbst eigentlich schon lange hätte reagieren müssen: „Was wäre gewesen, es hätte die Notunterkunft nicht gegeben?“, fragte einer.  Erst dadurch habe es diesen Parkplatz gegeben. „Das LAFP wusste doch wegen der Pensionierungswelle ohnehin, dass es mehr Auszubildende geben müsste.“

Anwohner weiterhin skeptisch

Mario Löhr sagte: „Wenn ich von Ihnen heute kein Okay bekomme, dann gebe ich auch dem LAFP kein Okay und wir lassen die Politik entscheiden.“ Dann könne aber auch sein, dass die Stadt das Grundstück ans Land NRW verkaufe – und dann könnte das Land dort einen Parkplatz bauen. „Ich will Ihnen mit der Übergangslösung doch eine Brücke bauen“, so Löhr. Ein Anwohner brachte die Container, heute städtische Flüchtlings- und Obdachlosenunterkunft, noch mal als Beispiel mit ein: Die stünden dort nun seit 25 Jahren – dabei hieß es bei Errichtung, das sei für fünf Jahre mit Ausnahmegenehmigung des Kreises Unna. „Daraus wurden 5 mal 5 Jahre…“ Löhr: „Das hat aber andere Gründe, die mit dem städtischen Haushalt zusammen hängen. Dafür können Sie mich nicht verantwortlich machen.“

Am Ende blieb es bei dem Kompromiss. Die Abstimmung schlug einer der Anwohner vor. Viele waren damit einverstanden. Aber die Diskussion um das Verhalten einiger Kommissaranwärter im Straßenverkehr kam auf. Die kennt man aber in Bork schon seit Jahren.

Die anderen drei Parkflächen, die die Stadt provisorisch für die Notunterkunft und fürs LAFP schuf, werden zurückgebaut: Am Rauen Busch, am PSV-Sportplatz und am Festplatz der Schützen „Auf dem Südfeld“ war aber ohnehin „nur“ geschottert worden. Die Kosten dafür waren gering, der Rückbau soll bald erfolgen. Im September soll auch von der Notunterkunft nicht mehr viel übrig sein: Nur ein Generator bleibt auf dem Parkplatz stehen. 

 

Ein Kommentar von RN-Redaktionsleiter Tobias Weckenbrock: 

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