Wagyu-Rinder

Patrick Balsters Wagyu-Rinder sind jetzt preisgekrönt

Ihr Fleisch gilt als eines der besten auf der Welt: Patrick Balster aus Selm züchtet Wagyu, eine Rinderrasse aus Japan. Nun wurden zwei von ihnen prämiert. Gefragt sind die Tiere hier sehr.

Auf der „European Wagyu Gala“ auf Hof Holtmann in Münster konnte Patrick Balster einen Erfolg feiern. Genau genommen sogar zwei: In einer Kategorie, der „Freien Klasse“ wurde eines seiner Tiere auf Platz 1 gewählt, ein weiteres als Reservesiegerin. Freie Klasse bedeutet, dass die Tiere nicht zum Verkauf – die Veranstaltung ist vor allem eine Auktion – bestimmt waren.

Ivanka und Elena dürfen sich über Auszeichnung freuen

BPW MS Ivanka und BPW MS Elena heißen die beiden Tiere, die sich über die Auszeichnung freuen können. BPW ist das Kürzel für Balsters-Premium-Wagyu. Ivanka ist Grand Champion und Elena die Reservesiegerin. Dadurch, dass es sich um die „Open Class“ handelte, konnte Balster besonders gute Tiere mitbringen. „Die besten Tiere, die man hat, verkauft man ja nicht, sondern nutzt sie selber“, erklärt er.

Bei der Gala erwarteten die Besucher zahlreiche Auktionstiere. Zudem gab es die erwähnte Wagyu-Schau. Die Tiere, die an der Schau teilnahmen, mussten zwischen 12 und 24 Monaten alt sein. Bewertet wurden sie von einem Auktionspreisrichter. Dies war nicht irgendeiner: „PJ Budler aus Texas gilt als international erfahrenster Preisrichter“, erklärt Balster.

Der Preisrichter achtet darauf, ob es sich um einen harmonischen, ausgeglichenen Körperbau handelt. Edelteile wie Nacken, Schultern oder Rücken sollen schön breit sein. Auch bei der Bauchtiefe kommt es darauf an, dass sich genug Fleisch gebildet hat. Ein gutes Becken sollen die Tiere ebenfalls haben, damit sie gut abkalben können. Alles Kriterien, die Balsters Rinder offensichtlich sehr gut erfüllen.

Wagyu kommen ursprünglich aus Japan

Vor sechs Jahren hat Balster, Rinderzüchter in 3. Generation, mit der Wagyu-Zucht angefangen. Seine Tiere stammen dank in flüssigem Stickstoff eingefrorenem Sperma von japanischen Tieren ab. Die Zuchtform kommt aus Japan. Wagyū bedeutet auf Deutsch „japanisches Rind“.

Aktuell hat Balster etwa 110 Wagyus. Genutzt werden sie für die Fleischverwertung. Dabei dauert es 36 bis 40 Monate, bevor sie geschlachtet werden – doppelt so lange wie bei einem normalen Rind. Und diese Zeit können sie viel an der frischen Luft verbringen. Vor allem in den Sommermonaten sind sie fast die gesamte Zeit draußen. „Ich habe Erdhügel angelegt, dass auch andere Muskelpartien ausgebildet werden, eine Dusche für die heißen Tage und Kratzbürsten aufgestellt“, beschreibt Balster. Geschlachtet wird auf dem Hof selbst, etwa einmal pro Monat. „So haben die Tiere keinen Transportstress“, erklärt Balster. Und der Kreisveterinär ist immer dabei.

Durch das langsame Wachstum entsteht gesundes Fleisch, wie Balster beschreibt. „Es ist reich an Omega-3- und -6-Fettsäuren. Zudem hat das Fett mit 24 °C einen niedrigen Schmelzpunkt.“ Im Gegensatz zu anderen Rindern ist das Fett im Fleisch der Wagyu nicht punktuell, sondern regelmäßig in sehr feiner Marmorierung im Muskelfleisch zu finden. Geschlachtet werden nur männliche Tiere. Die weiblichen werden für die Zucht genutzt und auch verkauft.

Kunden können Führungen mitmachen

Zu bekommen ist das Fleisch über den Online-Versand. Aber es gibt am Buxfort 8a in Selm auch einen Hofladen. Der ist gut gefragt, vor allem seit Beginn der Pandemie. „Es kommt viel Kundschaft“, freut sich Patrick Balster. Durch die Nähe zu Schloss Nordkirchen und zu einer Fahrradroute werden dank aufgestellter Schilder viele aufmerksam und schauen am Hof vorbei. Dort können sie auch an Führungen teilnehmen, die Balster veranstaltet. „Ich möchte den Kunden zeigen, dass die höheren Preise für mein Fleisch gerechtfertigt sind.“

Infos zu dem Hof und den Wagyu gibt es unter Tel. 02592/9199300 oder 0151/26415164, unter info@balsters-premium-wagyu.de und auf der Homepage unter www.balsters-premium-wagyu.de

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Seit über zehn Jahren als freier Journalist tätig und seit einigen Jahren auch für die Ruhr Nachrichten. Ich schreibe gerne über Menschen und ihre Geschichten.
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Tobias Weskamp