Pilze sprießen im Kreis Unna: Beim Sammeln ist Vorsicht geboten

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Aufgrund der milden Witterung sind die Wälder im Kreis Unna in diesem Jahr ein besonderes Paradies für Pilzsammler. Allerdings ist Vorsicht geboten. Viele essbare Pilze haben giftige Doppelgänger.

von Nick Gehrmann

Cappenberg

, 16.09.2020, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dank des für die Pilze sehr guten Wetters, sind viele Wälder im Kreis Unna ein Paradies für Sammler. Doch Vorsicht ist geboten, denn je mehr Pilze es gibt, desto größer ist die Gefahr einer Vergiftung.

Aufpassen beim Sammeln

„Fast alle Pilze, die Schwämmchen an der Unterseite des Pilzes haben, sind essbar“, sagt Oliver Bellaire, Projektleiter beim Regionalzentrum für Nachhaltige Entwicklung und Waldlehrer bei der Waldschule Cappenberg. Schwämmchen sind Strukturen an der Unterseite des Pilzhuts, die aussehen wie ein Schwamm. „Der einzige giftige Pilz mit Schwämmchen ist der Teufelsröhrling, auch Satansröhrling genannt. Den kann man aber gut an seinem rötlichen Stiel erkennen“, erklärt Bellaire.

Ansonsten gilt für ihn: „Finger weg von allem, was man nicht kennt. Gerade bei Pilzen mit Lamellen ist die Verwechslungsgefahr hoch. Als Anfänger sollte man sich auf Pilze mit Schwämmchen konzentrieren.“ Lamellen sind Rillenstrukturen an der Unterseite des Pilzhutes.

Gefährliche Doppelgänger

„Viele der leckeren Pilze haben giftige Doppelgänger. Für Hobbysammler kann dies gefährlich werden“, warnt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock. Einer Dieser Doppelgänger ist der Knollenblätterpilz. Dieser sieht dem Champignon sehr ähnlich und ist der Pilz, der die meisten tödlich verlaufenden Pilzvergiftung in Europa hervorruft. Ein Kind kann schon nach dem Verzehr von nur einem Pilz sterben.

Doch der Champignon ist nicht der einzige Pilz mit gefährlichen Doppelgängern. Eine andere Pilzsorte, bei der das der Fall ist, sind die Tintlinge, erklärt Bellaire.

„Wer nach dem Essen eines Pilzgerichts Übelkeit, Schmerzen, Schwindel oder Missempfindungen verspürt, sollte sofort einen Arzt aufsuchen“, sagt Kock. Auch die Experten der Informationszentrale gegen Vergiftungen der Universitätsklinik Bonn können helfen. Der Giftnotruf Bonn ist rund um die Uhr unter der Rufnummer 0228-19240 zu erreichen. Dort wird Kontakt zu Pilz-Sachverständigen vermittelt, die dabei helfen, den verzehrten Pilz zu bestimmen.

Bücher und Apps - Wie gut sind sie?

„Bücher und Apps sind gut, um ein Grundwissen zu erlangen und um Pilze kennen zu lernen. Aber dadurch, dass viele Pilze sich sehr ähnlich sehen, kann man auch da schnell Fehler machen. Am besten ist es, einfach mal an einer Pilzkunde teilzunehmen“, empfiehlt Waldlehrer Bellaire.

Die Waldschule Cappenberg bietet in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Lünen noch zwei Pilzkundekurse an. Einer am 19. September und einer am 31. Oktober, die jeweils von 12.30 Uhr bis 16.15 Uhr stattfinden. Anmeldung ist nur bei der VHS Lünen möglich, der Kurs kostet 15 Euro.

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