Pläne für die Zukunft des Cappenberger Dorfladens

Nahversorgung

Der Dorfladen in Cappenberg läuft. "Aber nur, weil ich es sieben Tage die Woche mache", sagt Betreiber Martin Maßmann. Und das kann so nicht mehr lange weitergehen. Aus diesem Grund arbeiten er und ein paar Mitstreiter an einem Plan - und suchen noch weitere Unterstützer.

CAPPENBERG

, 28.04.2016, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pläne für die Zukunft des Cappenberger Dorfladens

Dazu sollen sich alle, die wirklich daran interessiert sind, mitzumachen, am Montag, 9. Mai, um 19 Uhr treffen, um alles Weitere zu besprechen. Wo das Treffen laufen soll, verrät Martin Maßmann, Betreiber des jetzigen Geschäfts an der Rosenstraße 16, „denen, die sich bei mir im Geschäft melden.“ Denn eines sei klar: „Wir brauchen Leute, die auch wirklich aktiv mitmachen wollen.“

„Wir“, das seien sechs, sieben Cappenberger, die die Genossenschaft gründen wollen, wie Maßmann sagt. Jetzt komme es darauf an, möglichst viele Cappenberger für die Idee zu begeistern. Aber warum eine Genossenschaft? Der Laden läuft doch. „Stimmt“, sagt Martin Maßmann, „aber nur, weil ich es sieben Tage die Woche mache. Und das ist kein tragfähiges Konzept für die Zukunft. Was ist, wenn mir mal was zustößt?" 

Genossenschaft soll Sortiment deutlich erweitern

"Wir wollen das schon auf breitere Beine stellen und auch das Sortiment deutlich erweitern“, so Maßmann. Das sei nur möglich, indem man mehr Personal einstelle. „Unter einem Nahversorgungskonzept verstehe ich frische Backwaren, Wurst, Käse, vielleicht auch Fleisch, auch noch Serviceleistungen. Das haben wir hier alles nicht. Das könnte ich auch nicht allein alles bewerkstelligen.“

Deshalb also eine Genossenschaft. „Wir haben uns umgeschaut, wie andere das machen“, sagt Maßmann. So habe die Dorfgemeinschaft im Nottulner Ortsteil Schapdetten erfolgreich einen Dorfladen ans Laufen bekommen. Jetzt hoffen Maßmann und seine Mitstreiter auf Gleichgesinnte, die mitwirken und dadurch, dass sie Anteile an der Genossenschaft zeichnen, einen finanziellen Grundstock sichern.

Lob vom Selmer Bürgermeister Mario Löhr

Von diesem Kapital sollen alle Kosten – für Personal, Miete, aber auch bauliche Veränderungen – bestritten werden. Was genau auch baulich getan werden muss, „das hängt davon ab, was die Cappenberger wünschen“, sagt Maßmann. Je größer das Sortiment und die Dienstleistungspalette, desto größer auch die Investitionen in das Gebäude.

Selms Bürgermeister Mario Löhr findet gut, was die Cappenberger planen. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt er: „Als Bürgermeister begrüße ich jede Maßnahme, die von Bürgerinnen und Bürgern in Eigenregie und zum Wohle der Allgemeinheit durchgeführt wird. Da der Nahversorgungsbereich in kleineren Ortsteilen, nicht nur in Cappenberg, immer weiter rückläufig ist, kann man zu dieser Initiative nur gratulieren.“

Im Bemühen, den Cappenberger Ortskern zu beleben und zu attraktivieren, wird bald ein integriertes Handlungskonzept für Cappenberg aufgelegt. Passen die aktuellen Genossenschaftspläne dort hinein? Löhr dazu: „Einen Interessenkonflikt sehe ich mit dem geplanten Integrierten Handlungskonzept für Cappenberg nicht.“

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