Polizei in Selm kümmert sich auch um Fledermäuse

Auszeichnung für Landesamt

Polizei und Naturschutz? Das hat ja so grundsätzlich nicht zwingend etwas miteinander zu tun. In Bork ist das anders: Bald kündet eine Plakette am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) davon, dass hier etwas für Fledermäuse getan wird. Das Verdienst vor allem eines Mannes.

BORK

, 16.02.2016, 05:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizei in Selm kümmert sich auch um Fledermäuse

Dieser Bunker im Wald auf dem Gelände des LAFP ist nun so hergerichtet, dass er optimale Möglichkeiten für Fledermäuse aller Art vorhält.

Bernd Overhaus heißt der und ist eigentlich Tischler im LAFP. Als solcher baut er viele Gegenstände, die für den Ausbildungsbetrieb dort nötig sind – Hindernisse für Übungen zum Beispiel. Seit „Jahrzehnten“, wie beide Herren bestätigten, ist er mit Uwe Norra, Sprecher der Nabu-Ortsgruppe Selm, befreundet. Und weil das LAFP so ein großes Gelände mit viel natürlicher Fläche hat, gab es im Frühjahr 2015 auf Einladung von Liegenschafts-Chef Jörg Kalinowski, eine Begehung mit dem Nabu. Norra: „Herr Kalinowski wollte einfach, dass wir uns dort umsehen.“

Dabei fanden die Naturschützer in einem alten Bunker an der Trimm-Dich-Strecke im Wald eine Langohr-Fledermaus. Die ist selten, viel seltener als die Zwergfledermaus.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Fledermaus-Auszeichnung für das LAFP in Bork

Auszeichnung für das Landesamt der Polizei in Selm-Bork: Bald kündet eine Plakette am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) davon, dass hier etwas für Fledermäuse getan wird.
15.02.2016
/
Dieser Bunker im Wald auf dem Gelände des LAFP ist nun so hergerichtet, dass er optimale Möglichkeiten für Fledermäuse aller Art vorhält.© Foto: Tobias Weckenbrock
So sieht die Plakette aus, die das LAFP Bork nun anbringen kann: Fledermausfreundliches Haus.© Foto: Tobias Weckenbrock
Bernd Overhaus (l.), Tischler am LAFP, und Uwe Norra, Nabu Selm, vor dem Bunker auf dem Gelände des LAFP, den sie für die Fledermäuse optimal herrichteten.© Foto: Tobias Weckenbrock
Dieser Bunker im Wald auf dem Gelände des LAFP ist nun so hergerichtet, dass er optimale Möglichkeiten für Fledermäuse aller Art vorhält.© Foto: Tobias Weckenbrock
Hier am Schornstein des Kraftwerks ist eine Nistmöglichkeit für den Wanderfalken.© Foto: Tobias Weckenbrock
Dieser Bunker im Wald auf dem Gelände des LAFP ist nun so hergerichtet, dass er optimale Möglichkeiten für Fledermäuse aller Art vorhält.© Foto: Tobias Weckenbrock
Dieser Bunker im Wald auf dem Gelände des LAFP ist nun so hergerichtet, dass er optimale Möglichkeiten für Fledermäuse aller Art vorhält.© Foto: Tobias Weckenbrock
Bernd Overhaus (l.), Tischler am LAFP, und Uwe Norra, Nabu Selm, vor dem Bunker auf dem Gelände des LAFP, den sie für die Fledermäuse optimal herrichteten.© Foto: Tobias Weckenbrock
Bernd Overhaus aus Bork arbeitet am LAFP und ist offen für den Naturschutz. In diesem Bunker richtete er optimale Voraussetzungen für Fledermäuse her.© Foto: Tobias Weckenbrock
Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Nabu NRW, überreicht Helmut Wälter, stellvertretender Leiter des LAFP NRW, die Urkunde für das 200. Fledermausfreundliche Haus in NRW.© Foto: Tobias Weckenbrock
Rudolf Leismann (v.l.), Josef Tumbrinck, Sarah Sherwin, Uwe Norra, Bernd Overhaus, Jörg Kalinowski und Helmut Wälter freuen sich über die Auszeichnung "Fledermausfreundliches Haus" am LAFP in Bork.© Foto: Tobias Weckenbrock
Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Nabu NRW, überreicht Helmut Wälter, stellvertretender Leiter des LAFP NRW, die Urkunde für das 200. Fledermausfreundliche Haus in NRW.© Foto: Tobias Weckenbrock
Dieses Foto einer Langohrfledermaus entstand am 29. April 2015 in dem Bunker am LAFP.© Foto: Uwe Norra
Jörg Kalinowski ist zuständig für die Liegenschaften des LAFP in NRW. Er erklärte, dass das Heizkraftwerk bis 2018 neu gemacht werden muss.© Foto: Tobias Weckenbrock
Jörg Kalinowski ist zuständig für die Liegenschaften des LAFP in NRW. Er erklärte, dass das Heizkraftwerk bis 2018 neu gemacht werden muss.© Foto: Tobias Weckenbrock
Das Heizkraftwerk am LAFP: Hier wird Anthrazitkohle aus Ibbenbüren verbrannt, um die Gebäude und das Wasser zu beheizen. Die Förderung der Kohle läuft allerdings 2018 aus. Bis dahin muss auch ein neues Kraftwerk her.© Foto: Tobias Weckenbrock
Schlagworte Selm

200. fledermausfreundliches Haus in NRW

Daraufhin setzte sich eine kleine Mechanik in Gang, die nun dazu führt, dass das LAFP seit gestern des 200. „Fledermausfreundliche Haus“ in NRW ist: Bernd Overhaus konnte in seiner Freizeit in der Schreinerei ein paar Fledermaus-Nistkästen zimmern.

Zusammen mit Nabu-Experten schloss er Luftlöcher, „um das Haus zu optimieren“, wie Uwe Norra es ausdrückte. Helmut Wälter, stellvertretender Leiter des LAFP, sagte: „Er hat dabei viel Initiative in seiner Freizeit mitgebracht. In der Dienstzeit hat er ja andere Aufgaben...“

Bunker als idealer Zufluchtsort im Winter

Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Naturschutzbundes Nordrhein-Westfalen, überreichte am Montag eine Urkunde und eine Plakette, die bald irgendwo am Einfang des LAFP aufgehängt werden soll. „Früher fanden viele Menschen die Tiere gefährlich oder abstoßend. Inzwischen kommen immer mehr Bewerbungen um diesen Titel zusammen. Das ist richtig toll“, sagte er. Bis Oktober läuft die Aktion noch, dann will man in NRW die 300. Plakette vergeben haben.

Der Bunker am LAFP sei nun im Sommer wie im Winter als Zufluchtsort für Fledermäuse aller Arten perfekt geeignet. „Bei minus 3 oder minus 4 Grad brauchen sie eine frostsichere Zufluchtsstätte“, so Norra. Mehrere Europaletten an der Decke und Nistkästen an den Wänden bieten ihnen hier gute Rastmöglichkeiten.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt