Projekt für Geflüchtete gegen Frust helfen und für mehr Qualifizierung

Flüchtlinge in Selm

Selm nimmt nun an dem Kreis-Projekt „Gemeinsam durchstarten“ teil. Es richtet sich an Geflüchtete, für die Hilfe für den Arbeitsmarkt und in Sachen Sprache bislang rechtlich nicht möglich war.

Selm

, 05.09.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sprachkurse oder Qualifizierungen für den Arbeitsmarkt konnten bislang nicht alle Geflüchteten erhalten. Nun gibt es ein neues Projekt des Kreises Unna - auch in Selm.

Sprachkurse oder Qualifizierungen für den Arbeitsmarkt konnten bislang nicht alle Geflüchteten erhalten. Nun gibt es ein neues Projekt des Kreises Unna - auch in Selm. © Tobias Weckenbrock (Archiv)

Selm nimmt wie andere Kommunen des Kreise Unna nun an einem Projekt für Geflüchtete teil, die derzeit geduldet oder gestattet werden. „Gemeinsam durchstarten im Kreis Unna“ richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren und soll ihnen Teilhabe ermöglichen. Über 30 Personen betrifft das auch in Selm. Das stellten Vertreter des Projektes jetzt im Ausschuss für Jugendhilfe, Familien und Soziales vor.

Ziel des Projektes, das sich aus zwei Landesinitiativen zusammensetzt, ist es, jungen Geflüchteten mit dem Status Duldung oder Gestattung Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, an Qualifizierung, Ausbildung und Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Geduldete Personen müssten eigentlich abgeschoben werden, verschiedene Gründe verhindern dies jedoch. Den Status gestattet bekommen Personen, deren Asylverfahren läuft, erklärte Ingo Gall vom Kommunalen Integrationszentrum im Ausschuss.

Sozialarbeiterin besucht Geflüchtete persönlich

Bei dem Projekt suche eine Sozialarbeiterin die Geflüchteten auf und frage sie nach ihren Bedürfnissen. Das können Sprachkurse, Coachings, Kurse oder berufsbegleitende Angebote wie das Nachholen des Hauptschulabschlusses sein.

Die Stadt Selm habe bereits viel getan für Geflüchtete, betonte die Beigeordnete Sylvia Engemann. Geduldete und Gestattete seien bislang aber von den Hilfsangeboten ausgenommen gewesen, da der Bund damit rechnete, sie würden schnell abgeschoben werden können. Es sei rechtlich nicht möglich gewesen, sie zu fördern. 34 Menschen seien in Selm gerade geduldet oder gestattet, so Engemann. Einige schon seit fast fünf Jahren. Dadurch habe sich bei vielen Geduldeten oder Gestatteten über die Jahre des Nichtstuns und der unsicheren Zukunft großer Frust aufgebaut.

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