Projektwoche in der Äckernschule: Kinder sagen Müll und Umweltverschmutzung dem Kampf an

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Als Grundschüler ist man vielleicht noch etwas zu klein, um auf eine Demo zu gehen. Aber nicht zu jung, um sich für die Umwelt zu interessieren, wie ein Projekt an der Grundschule zeigt.

Bork, Cappenberg

, 24.03.2019, 05:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt dieses Lied von den Ärzten. „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär‘ nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“ Und irgendwie passt das zu dem Projekt, das gerade an der Äckernschule in Bork und Cappenberg läuft. Und zu der Fridays-for-Future-Demo, zu der das Selmer Jugendnetz für Freitag (22. März) aufgerufen hat. Wie so viele andere Kinder und Jugendliche auf der Welt werden Selms junge Einwohner aktiv - machen etwas, um die Welt, in der sie alt werden wollen, zu verändern. Um auf dem Klimawandel und seine Folgen aufmerksam zu machen, zu retten, was noch zu retten ist.

Projektwoche in der Äckernschule: Kinder sagen Müll und Umweltverschmutzung dem Kampf an

Aus Tetrapacks haben die Schülerinnen und Schüler Geldbörsen gebastelt. © Marie Rademacher

An der Äckernschule äußert sich das seit Beginn der Woche so: In der Projektwoche zum Thema Müll setzt sich die ganze Schule an den beiden Standorten in Cappenberg und Bork seit Montag mit der Umwelt auseinander. Das, so erklärt es Schulleiterin Anja Knipping im Gespräch mit der Redaktion, passe aktuell eben gut in die Weltpolitik und zu der Bewegung junger Menschen weltweit.

Demo startet am Freitag auf dem Campusplatz

Die junge Schwedin Greta Thunberg hat den Stein dafür 2018 ins Rollen gebracht, indem sie freitags vor dem Regierungssitz in Stockholm für einen besseren Klimaschutz demonstrierte, statt in de die Schule zu gehen. Ihrem Vorbild folgen seitdem Schüler auf der ganzen Welt - nach ein paar Startschwierigkeiten (wir berichteten) jetzt auch in Selm. Am Freitag, 22. März, startet die Demo um 13.30 Uhr statt am Campusplatz vor dem Gymnasium.

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Die Grundschüler, so sagt es Anja Knipping, sind allerdings noch etwas jung, um an so einer Veranstaltung teilzunehmen. Nicht zu jung aber, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Und sich aufrichtig dafür zu interessieren.

13 kreative Projekte laufen in den Klassen

In leuchtenden Warnwesten stehen am Donnerstagmorgen so zwei Schülergruppen auf dem Schulhof der Äckernschule mit Standort in Bork. Die ersten zwei Stunden haben sie damit verbracht, Müll in den umliegenden Wohngebieten zu sammeln. Zigarettenkippen, Plastikflaschen, Papiermüll: Säcke voll Müll sind auf diese Weise in der noch bis Montag laufenden Projektwoche zusammengekommen.

Insgesamt laufen in dieser Woche 13 Projekte in Bork und Cappenberg, an denen die Schülerinnen und Schüler in gemischten Gruppen teilnehmen. Den Weg des Papiers können die Schüler nachverfolgen, mit Fasermasse und Schöpfrahmen selbst Papier herstellen. Beim Upcycling bauen sie Ritterburgen, fertigen Geldbörsen aus Tetrapacks oder bemalen Jutebeutel. Collagen zu Plastikmüll im Meer und Infos dazu, wie sich Plastikmüll vermeiden lässt sind genauso Thema der Projektwoche wie das Herstellen von Kunstwerken von Kunstwerken aus Flaschendeckeln oder Gebrauchsgegenständen aus Konservendosen.

Projektwoche in der Äckernschule: Kinder sagen Müll und Umweltverschmutzung dem Kampf an

Wie Papier entsteht, lernten die Schüerinnen und Schüler auch in einem Projekt. © Marie Rademacher

Außerdem sind die Umweltdetektive im Einsatz. Diese Gruppe nimmt das Umweltbewusstsein des Schulalltags unter die Lupe. „Wir waren zum Beispiel total erstaunt, wie viele Papierhandtücher hier jeden Tag benutzt werden“, erzählt Anja Knipping. Die Schüler, so sagt sie, haben jetzt vorgeschlagen, vielleicht über einen Handtrockner als Alternative nachzudenken. „Wir“, sagt die Schulleiterin, die die Umweltdetektive selbst betreut, „entwickeln gerade vor allem Tipps, die die Klassen hier gut umsetzen können.“ Ein Beispiel: Die Detektive haben die Idee gehabt, in jeder Klasse einen Heinzungsdienst einzurichten. Auch nach der Projektwoche. „Ich denke schon“, sagt Anja Knipping, „dass das Projekt nachhallen wird bei den Kindern.“

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