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Prophylaxe statt Hautreizung: Stadt Selm testet vorbeugende Maßnahme gegen Brennhaar-Raupe

rnEichenprozessionsspinner

Schädlingsbekämpfer Patrick Sonnenburg geht davon aus, dass der Eichenprozessionsspinner noch problematischer wird als 2018. Die Stadt Selm testet an zwei Stellen eine vorbeugende Methode.

Selm

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Die heiße Phase steht kurz bevor. „Ich schätze, in der nächsten Woche könnte es losgehen“, sagt Schädlingsbekämpfer Patrick Sonnenburg vom gleichnamigen Unternehmen aus Südkirchen. Losgehen: Das meint in diesem Fall das Nisten der Eichenprozessionsspinner. Die Raupen mit den Brennhaaren waren eines der bestimmenden Themen des Hitzesommers 2018. Die Arbeit hat für die Schädlingsbekämpfer in Selm aber jetzt schon begonnen.

Prophylaxe statt Hautreizung: Stadt Selm testet vorbeugende Maßnahme gegen Brennhaar-Raupe

Patrick Sonnenburg © Jessica Hauck

Ich gehe davon aus, dass die Sache mit dem Eichenprozessionsspinner noch schlimmer wird als im vergangenen Jahr.
Patrick Sonnenburg, Schädlingsbekämpfer aus Südkirchen

Bereits in der ersten Aprilwoche waren sie an zwei Stellen unterwegs – am Freibad und dem Selmer Gymnasium. Dort nahmen sie prophylaktische, also vorbeugende, Maßnahmen vor. Durch das Bespritzen des Blattgrüns mit einem Wirkstoff soll verhindert werden, dass die Raupen ihre Nester in den Baumkronen bauen.

Versuchsflächen, um Maßnahme zu testen

An diesen beiden Stellen bleibt es in diesem Jahr mit der Prophylaxe. Es handelt sich um zwei „Versuchsflächen“, wie Baudezernent der Stadt, Stefan Schwager, im Umweltausschuss in der vergangenen Woche erklärte. „Bevor wir alle 70 Flächen behandeln, testen wir die Prophylaxe erst einmal an zwei Stellen im Stadtgebiet, die besondere Relevanz zum Schutz der Bevölkerung haben.“ Je nach Ergebnis werde die Stadt „dann überlegen, die Prophylaxe im Jahr 2020 zu erweitern“, sagte Stefan Schwager.

„Es ist nicht ganz klar, wie gut das funktioniert“, erklärt Patrick Sonnenburg, warum die Maßnahme getestet werden muss. „Ob es wirklich etwas gebracht hat, ist auch im Nachhinein schwer zu sagen“, meint er, „da spielen sehr viele Faktoren mit.“ Dazu gehört etwa, dass sich die Schädlingsprofis nicht sicher sein können, ob wirklich der ganze Baum getroffen wurde. „In dem Mittel, das wir auf die Blätter spritzen, ist immerhin kein Farbstoff“, sagt er. Außerdem sei davon auszugehen, dass das Mittel etwa acht Stunden zum Antrocknen brauche, sodass es sich vom Regen nicht wieder abwäscht.

Prophylaxe statt Hautreizung: Stadt Selm testet vorbeugende Maßnahme gegen Brennhaar-Raupe

Bald könnte es mit den Nestern der gefährlichen Raupen wieder losgehen. © Stephan Gerbig (Archiv)

So kann es dann im Endeffekt sein, dass auch in prophylaktisch behandelten Bäumen Nester auftauchen, da nicht zwingend alle Raupen bespritztes Blattgrün fressen. „Wirklich zu sagen, das hat nicht funktioniert, ist dann aber auch schwierig“, sagt Sonnenburg. „Eventuell werden wir sehen, ob es was gebracht hat, wenn wieder ganz Selm betroffen sein sollte und an diesen zwei Stellen weniger bis gar keine Nester zu sehen sind“, meint Sonnenburg.

Dass es so weit kommt, ist für den Schädlingsbekämpfer kein unrealistisches Szenario: „Ich gehe davon aus, dass die Sache mit dem Eichenprozessionsspinner noch schlimmer wird als im vergangenen Jahr.“ Der Hitzesommer hätte den Tieren die optimalen Bedingungen zum Legen vieler Eier gegeben, die bald schlüpfen dürften. Dann geht die eigentliche Bekämpfung wieder von vorne los, die dann die Stadtwerke übernehmen.

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