Prozess um misshandelten Säugling: „Einer war es, das steht fest“

Prozess gegen Vater

Der Prozess gegen einen Vater aus Bork geht in die Verlängerung. Eigentlich war in dieser Woche ein Urteil geplant - doch die mitangeklagte Mutter präsentierte überraschend neue Details.

Bork

, 11.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Seit Anfang Oktober sieht sich der Paketzusteller zusammen mit der inzwischen getrennt von ihm in Herten lebenden Mutter (25) schweren Vorwürfen ausgesetzt. Das gemeinsame Baby war im November 2016 von den Eltern mit zahlreichen Knochenbrüchen in eine Kinderklinik eingeliefert worden. Während die Mutter ihren neugeborenen Jungen laut Anklage kurz nach der Geburt massiv misshandelt haben soll, soll der Borker Vater trotz Kenntnis von den Verletzungen nicht rechtzeitig eingegriffen und den Säugling so nicht ausreichend geschützt haben.

Richter wollen weitere Zeugen hören

Die angeklagten Eltern haben Misshandlungs-Vorwürfe im Prozess von Anfang an vehement bestritten. Nachdem die 6. Strafkammer zuletzt signalisiert hatte, dass auch eine Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung durch Unterlassen in Betracht kommen kann, enthüllte die 25-Jährige gestern bislang unbekannte Details. Vor allem eine Schwägerin, hieß es, habe „ganz häufig“ den Jungen auf dem Arm gehabt, während sie mit dem Hund draußen gewesen sei. Nach der Rückkehr habe es dann stets geheißen: „Der Kleine war unruhig, hat gequengelt und geweint.“

Die Richter wollen jetzt noch weitere Zeugen hören. Nach der Beweisaufnahme sei „hundertprozentig klar, dass das Baby misshandelt worden ist“, stellte Richter Michael Janßen heraus. Und weiter: „Einer war es. Das steht fest.“ Unklar ist, ob durch die zusätzlichen Zeugen-Termine die Urteile noch im Jahr 2018 gesprochen werden können.

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