Prozessionsspinner: Selm muss Platz sperren

Mehrere Nester entdeckt

Raupenalarm in Selm: Jetzt ist der Eichenprozessionsspinner auch in Selm angekommen. Diese Raupe ist nicht nur gefräßig, sondern auch gefährlich: Der Schädling frisst ganze Bäume ratzekahl und seine Haare verursachen Hautreizungen und -entzündungen. Die Stadt Selm muss nun schnell reagieren.

SELM

, 19.06.2017, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gleich 20 Nester prangen an Bäumen im Zechenbusch am Hermann-Löns-Weg auf dem Bolzplatz. Das teilte Stadtsprecher Malte Woesmann mit. Die Stadt Selm hat reagiert und den Platz, auf dem sonst Kinder spielen und toben, weiträumig abgesperrt. Normalerweise entfernen die zuständigen Stadtwerke die Nester des Eichenprozessionsspinners sofort. In diesem Fall sind es aber zu viele Nester auf einmal, die auch noch schwer zugänglich sind.

Schnell reagieren - erste Nester sind bereits entfernt worden

Das bestätigte Sven Hüser, Bereichsleiter Straßenunterhaltung der Stadtwerke auf Anfrage unserer Redaktion. „Die Nester sind schwer zu finden und teilweise weit oben in den Baumkronen“, sagte Hüser. Deswegen hat die Stadt ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen beauftragt, das am Dienstag mit einem Hubsteiger anrückt. In der Regel werden die Nester des Eichenprozessionsspinners abgesaugt oder abgebrannt. „Wir müssen schnell reagieren, bevor der komplette Wald befallen ist. Die werden sich sonst auf jeden Fall explosionsartig ausbreiten“, so Hüser.

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Auch am Ternscher See ist der Schädling bereits aufgetaucht. An einem Baum am Nordufer des Sees hatten aufmerksame Bürger ein Nest der Eichenprozessionsspinner-Raupen entdeckt und diese Information im Internet geteilt. „Der Betreiber der Plattform hat sich dann direkt per E-Mail an uns gewandt“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. Die Stadt sei dann sofort tätig geworden und habe die Schädlinge entfernt: Ein Nest des Prozessionsspinners haben die Stadtwerke dort am Montagmorgen direkt beseitigt.

Auch die Selmer Bürger können etwas tun

Dass gleich zwei Fälle in so kurzer Zeit auftreten, das sei für Selm sehr ungewöhnlich, so Woesmann. „Ein größeres Problem mit dem Eichenprozessionsspinner ist uns noch nicht bekannt“, gab der Stadtsprecher vorerst Entwarnung. Dass die schädlichen Nachtfalter aber auftauchten, das käme „immer mal wieder vor“. Hüser kann sich an einen extremen Fall in Selm erinnern, der allerdings bereits einige Jahre zurückliegt. „Da war ein kompletter Baum eingesponnen“, so Hüser.

Entsprechend wichtig sei es, dass Bürger sofort melden, wenn sie die Raupen dieser Insekten sehen, damit die Stadt sofort tätig werden kann. „Bürger sollen sofort der Stadt oder dem Ordnungsamt melden, wenn sie etwas Verdächtiges sehen“, so Woesmann.

Deshalb ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich
Im dritten Stadium ihrer Verwandlung in einen Nachtfalter haben diese Tierchen feine Nesselhaaren, die sie bei Stress oder Beunruhigung abwerfen. Diese Haare enthalten ein Eiweißgift, das beim Menschen starke Reizungen der Atemwege und der Haut verursachen kann. Insbesondere Allergiker und Menschen mit Asthma sind gefährdet. Bei entsprechenden Symptomen wird geraten, einen Arzt aufzusuchen. Wer einen Befall im heimischen Garten feststellt, sollte die Bekämpfung nicht selbst angehen, sondern einen Experten hinzuziehen.

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