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Reaktion auf das Kneipensterben: Dreifachturnhalle soll einen besonderen Anbau bekommen

rnCampus Selm

Heute duftet es noch nach Schweiß, im nächsten Jahr vielleicht schon nach Mehrgängemenüs. Nach der angekündigten Schließung des Gasthauses Suer könnte die Dreifachturnhalle Ersatz bieten.

Selm

, 15.05.2019 / Lesedauer: 3 min

„Wir werden an der Dreifachturnhalle auf jeden Fall aktiv werden“, sagt Bürgermeister Mario Löhr. Sanierungsarbeiten seien dort dringend nötig - für den Sportbetrieb. Vielleicht könnten aber auch die davon profitieren, die nicht Pfunde abtrainieren, sondern sich gepflegt anfuttern möchten - oder die eine größere Feier ausrichten möchten: egal, ob, ob runder Geburtstag oder Hochzeit.

Die Idee ist nicht neu, bekommt aber Fahrt angesichts der Ankündigung von Stefan Suer, sein Gasthaus zum Jahresende zu schließen: die letzte Gaststätte in der Selmer Altstadt. Ursprünglich hatte die Stadt vor, die Dreifachturnhalle zu einer „multifunktionalen Einrichtung für Sport und Kultur“ umzubauen, wie es im August 2018 noch hieß. Kosten: rund acht Millionen Euro. „Jetzt wollen wir es etwas kleiner machen“, sagt Löhr. Aber die Grundidee bleibt.

Restaurant und Saal

Die Halle am neuen Selmer Zentrum zwischen Beifang und Altstadt soll nicht nur ein Treffpunkt für Sportlerinnen und Sportler bleiben. Ein Gastronomiebetrieb im Erdgeschoss und ein Saal seien wünschenswert. „Das ist keine ferne Zukunftsmusik“, macht Löhr klar. „Wir machen da 'was, definitiv.“ Das habe er auf Anfrage auch bereits im Hauptausschuss mitgeteilt: „Vor der Sommerpause soll ein Entwurf vorliegen.“ Eine Umsetzung sei schon 2020 denkbar.

Wo können sich Vereine und Festgesellschaften künftig treffen? Diese bange Frage mit Blick auf die Schließung von Suer, dem jüngsten Beispiel für das seit Jahre andauernden Kneipensterben, hat auch Löhr gehört. „Wir können als Stadt natürlich nicht selbst eine Kneipe betreiben“, sagt er, aber Rahmenbedingungen schaffen – etwa durch den Anbau mitsamt Küche an die Dreifachturnhalle.

Stadt will keine Konkurrenz schaffen

Den könne ein Gastronom pachten für sein tägliches Geschäft. Wolle er zusätzlich große Feiern ausrichten und die Gäste bewirten, könne er den oberen etwa 260 bis 300 Quadratmeter großen Saal mieten – wie jeder andere auch.

Eines ist Löhr wichtig: Das neue Angebot will er nicht verstanden wissen als Konkurrenz zu den bestehenden öffentlichen Treffpunkten Bürgerhaus und Burg Botzlar – beide weniger groß – und auch nicht zu privaten Gastronomiebetrieben wie dem Selmer Hof. „Wir sehen aber, dass der Bedarf da ist.“

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