Recht auf OGS-Platz in Selm Keine vagen Versprechungen, sondern klare Verhältnisse

Die Ganztagsbetreuung ist ab 2026 und 2029 gesetzlich klar geregelt. Ob die Umsetzung genauso gut abläuft, ist fraglich.
Die Ganztagsbetreuung ist ab 2026 und 2029 gesetzlich klar geregelt. Ob die Umsetzung genauso gut abläuft, ist fraglich. © picture alliance / dpa
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Meine Kinderplanung ist im Moment nicht wirklich existent. Doch für meinen Partner und mich steht fest: Irgendwann wollen wir auf jeden Fall eine eigene Familie gründen. Und wir wollen, wenn es die Umstände zulassen, auch wieder zurück in unsere bisherigen Berufe.

So wie die Ganztagsbetreuung aktuell geregelt ist, ließe sich das wahrscheinlich nicht so einfach umsetzen. Durch das neue Ganztagsförderungsgesetz, mit dem Eltern ab 2026 und 2029 einen Anspruch auf eine Betreuung haben, gestaltet sich die Sache aber schon wieder ganz anders.

2026 und 2029 klingt zwar erst einmal noch ziemlich weit weg. Doch beim Thema OGS gibt es nicht nur zu klären, wie viele Eltern von diesem Gesetz Gebrauch machen, sondern auch wie die Kinder betreut und untergebracht werden sollen.

Dass die Stadt Selm also schon jetzt eine Machbarkeitsstudie anfertigt, ist zukunftweisend gedacht. Doch ob in vier sowie sieben Jahren wirklich jedes Grundschulkind nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis einen OGS-Platz bekommt, wage ich zu bezweifeln. Es geht 2028/2029 nämlich um voraussichtlich 1100 Jungen und Mädchen.

Der nötige Platz für die Betreuung dieser Kinder wird nicht mal eben so aus dem Boden gestampft und auch das Personal für eine qualitativ gute Betreuung muss erst einmal gefunden werden. Von den möglichen Finanzierungsproblemen mal ganz abgesehen.

Und wenn es dann doch nicht klappt wie die Machbarkeitsstudie voraussagt, bleibt die Sache mal wieder bei den Eltern hängen. Die Stadt Selm sollte also in allen Punkten frühzeitig klare Verhältnisse schaffen und keine Versprechungen aussprechen, die 2026 und 2029 nicht eingehalten werden können.