Das Haus Dörlemann strahlt nun in Petrol. Im Hintergrund zu sehen: Wirt Erdal Macit. © Günther Goldstein
Neugestaltung

Renovierung im Haus Dörlemann in Bork: So sieht es jetzt aus

Im Haus Dörlemann in Bork hat sich viel getan. Borks einzige Kneipe strahlt in einem neuen Licht. Wir zeigen, wie es nun aussieht - und was sich niemals ändern wird.

Wie immer lacht Figan Ucar-Macit beim Gespräch am Sonntag zur neuen Inneneinrichtung im Haus Dörlemann. Dass sie eigentlich müde ist, lässt sie sich nicht anmerken. Am Vortag war eine Hochzeitsfeier im Haus Dörlemann.

„Die war schön“, sagt Ucar-Macit. Und genau das sei es eben, was das Haus Dörlemann ausmache. Sich treffen, zusammen sein. Ob nun bei fröhlichen Anlässen wie einer Hochzeit, oder beim Beerdigungscafé. „Gemeinsam feiern, gemeinsam trauern, das ist wichtig für den Ort.“

Renovierung: Neue Tische, neue Stühle und mehr

Nun hat das Haus Dörlemann eine optische Auffrischung erhalten. Eine Renovierung. Neue Tische, neue Stühle, eine lederne Sitzbank und Wände, die nun in Petrol strahlen. „Das Dörlemann hat ein neues Image bekommen“, sagt Figan Ucar-Macit. „Alles ist ein bisschen moderner und schöner“, sagt sie.

Peu à peu ging die Verwandlung im Haus Dörlemann vonstatten. Angestrichen haben die Macits schon, als die Kneipe wegen des Lockdowns noch geschlossen war. Die anderen Bestandteile der Renovierungen erfolgten dann ab Beginn der Sommerferien. Alte Möbel mussten entsorgt werden, neue kamen an. Dabei hätten auch viele Freunde und Bekannte geholfen, sagt Figan Ucar-Macit. „Ohne die Gemeinschaft könnte man vieles nicht schaffen“, sagt die Borkerin, „dafür sind wir unendlich dankbar. Letztlich ist es ja auch für alle.“

Viel Herzblut für die Kneipe

Doch vor allen Dingen sind es Figan Ucar-Macit und ihr Mann Erdal, die Zeit und Geld in die Kneipe investieren. Die Eheleute eröffneten das Haus Dörlemann – die einzige Kneipe Borks – im März 2017. Das Besondere: Erdal Macit arbeitet hauptberuflich als Lehrer, Figan Ucar-Macit hat soziale Arbeit studiert und engagiert sich für verschiedene Projekte, sie hat zum Beispiel den Verein „Schicksalshelfer“ gegründet, der Obdachlosen hilft und auch während der Corona-Pandemie vielfältige Hilfsmöglichkeiten anbot. Die Kneipe machen sie nebenbei.

Fotostrecke

Fotos vom umgebauten Haus Dörlemann in Bork

Manchmal, so erzählt Figan Ucar-Macit, wisse sie selbst gar nicht so genau, was sie antworten soll, wenn jemand fragt, wie sie das denn eigentlich alles schaffen. „Aber es funktioniert“. Das Haus Dörlemann sei einfach das Baby der Macits.

Dabei war Figan Ucar-Macit bei der Eröffnung vor fünf Jahren noch ziemlich skeptisch. „Im Laufe der Zeit haben wir aber gemerkt, es klappt alles“, sagt sie. Dass die Menschen gerne ins Haus Dörlemann kommen, zeige nur, dass sie sich wohl fühlen und „wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Figan Ucar-Macit. Daran hat auch die Corona-Pandemie nichts geändert: „Solange es uns Spaß macht, machen wir das und es macht uns trotz Corona immer noch Spaß“, stellt die Borkerin klar.

Vollkommen abgeschlossen ist die Renovierung übrigens noch nicht. Ein neuer Boden kommt auch noch. „Dann ist es genau die Dorfkneipe, die Erdal und ich uns immer vorgestellt haben“, sagt Figan Ucar-Macit. Was sich übrigens nicht geändert hat: Das gelbe Borker Ortsschild ist immer noch da. „Und das wird auch immer da bleiben“, sagt Figan Ucar-Macit und lacht.

Über die Autorin
Redakteurin
Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder