Der frühere Formel 1-Rennfahrer Christian Danner gab zehn Rettungskräften wertvolle Tipps für das Verhalten in Ausnahmesituationen. © Thomas Aschwer
Maltester

Rettungswagenfahrer lernen mit Formel-1-Fahrer auf LaSiSe-Parcours

Rettungsfahrzeuge sind bei tausenden Unfällen jährlich deutschlandweit beteiligt. Um die Fahrer besser intensiver zu schulen, haben die Malteser einen ausgewiesenen Fahr-Profi engagiert.

Es ist grau, es ist regnerisch, Schmuddelwetter also. Eine Situation, die vielen Verkehrsteilnehmern ohnehin zu schaffen macht. Wenn sie dann noch im Rückspiegel ein Rettungsfahrzeug erkennen, werden sie schnell unruhig. Ulli Stutzke kennt die Situation aus langjähriger Erfahrung. „Es kommt leider immer wieder vor, dass Autofahrerinnen und -fahrer in diesen Situationen die falsche Entscheidung treffen. Dazu gehört, dass sie an der für uns falschen Stelle halten.“

Aber Stutzke will nicht nur klagen, er hat auch eine positive Entwicklung in den vergangenen Jahren festgestellt. „Das Bilden einer Gasse klappt mittlerweile recht gut.“ Zustimmung bei den anderen Beschäftigten der Malteser, die bei einer besonderen Auslosung Glück hatten. Rund 8000 Frauen und Männer arbeiten bundesweit beim Malteser Rettungsdienst, allein 1500 hauptberuflich in NRW. Sie alle konnten sich für die Teilnahme an einer Fortbildung in Bork bewerben.

Wasserfontänen erfordern ein schnelles und überlegtes Reagieren

Hier auf dem Gelände des Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherung gibt es eine ganz besondere Teststrecke. Sie ist breit und bietet damit viel Platz für Ausweichmanöver. Was sie aber ganz besonders macht, ist die Technik. Aus Sicht des Fahrers oder der Fahrerin schießt plötzlich Wasser aus dem Boden und erfordert eine schnelle Reaktion. Was die Aufgabe für Rettungswagenfahrer besonders macht, ist die Tatsache, dass die Patienten im Auto nicht gefährdet werden dürfen.

„Das Thema Fahrsicherheit steht immer wieder auf der Tagesordnung“, sagt Markus Bensmann, Bereich Notfallvorsorge bei den Maltesern. „Natürlich sollen die Menschen möglichst nicht in Extremsituationen kommen“, sagt Bensmann. Um aber auch schwierige Situation möglichst gut meistern zu können, sei eine Fort- und Weiterbildung besonders wichtig.

Der frühere Formel 1-Rennfahrer Christian Danner gab zehn Rettungskräften wertvolle Tipps für das Verhalten in Ausnahmesituationen.
Der Tag auf dem LaSiSe-Gelände stellte die Fahrer von Rettungs- und Notarztwagen vor besondere fahrerische Herausforderungen. © Thomas Aschwer © Thomas Aschwer

Für den Aktionstag in Selm hatten die Malteser deshalb einen anerkannten Profi verpflichtet – den ehemaligen Rennfahrer Christian Danner. Der heute 63-Jährige startete in den 1980er-Jahren bei 36 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft. Später nahm er am traditionsreichen 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil. Bekannt ist Danner auch als Formel-1-Kommentator von RTL.

Für die Schulung der Malteser-Mitarbeiter war Danner aber auch aus einem weiteren Grund prädestiniert. Sein Vater war der bekannte Unfallforscher Max Danner. Runde für Runde drehte Christian Danner mit den Malteser-Mitarbeitern, gab ihnen Tipps bei Ausweichmanövern, bei besonders schwierigen Straßenverhältnissen (Wasser) und weiteren Herausforderungen im Straßenverkehr.

„Ein absolutes Highlight“, waren die Malteser-Beschäftigten sich am Ende des Tages einig. Verbunden mit der Gewissheit, auf die nächste besonders knifflige Situation im Straßenverkehr noch besser vorbereitet zu sein.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer