Revision eingelegt: Zwei „Voodoo-Urteile“ sind nicht rechtskräftig

rnLandgericht Bochum

Die Verurteilungen im „Voodoo-Prozess“ um Zwangsprostitution in Bordellen in Selm, Dortmund, Castrop-Rauxel und Dorsten sind nicht das letzte Wort. Die Akten gehen zum Bundesgerichtshof.

Selm, Dorsten, Castrop-Rauxel

, 20.10.2019, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Verurteilung einer aus Nigeria stammenden Menschenhändler-Gruppe, die in Serie junge Frauen aus ihrem Heimatland mit einem Voodoo-Fluch belegt, nach Europa eingeschleust und dann an Bordelle in Selm, Dortmund, Castrop-Rauxel, Dorsten und Umgebung vermittelt hat, wird zum Fall für den Bundesgerichtshof (BGH). „Zwei von sechs Verurteilten haben Revision eingelegt“, bestätigte Gerichtssprecherin Katja Nagel auf Anfrage.

Hauptangeklagten haben Strafen akzeptiert

Bemerkenswert: Unter den Unzufriedenen ist ausgerechnet derjenige Angeklagte, der als einziger zu einer 15-monatigen Bewährungshaftstrafe verurteilt worden ist. Die Hauptangeklagten haben ihre Strafen dagegen akzeptiert. Wie berichtet, hatte der 34-jährige Kopf der Menschenhändler-Gruppe am 27. September mit acht Jahren und drei Monaten Haft die höchste verhängte Strafe kassiert. Die vier weiteren Gefängnisstrafen reichten bis zu vier Jahren. Allen Verurteilten droht nach gewisser Haftverbüßungszeit die Ausweisung.

Bei dem Voodoo-Schwur mussten die Frauen geloben, nach der Schleusung nach Europa sich Anweisungen klaglos zu fügen, nie wegzulaufen und so lange in Bordellen in Dortmund, Castrop-Rauxel, Dorsten, Selm und Umgebung als Prostituierte zu arbeiten, bis ihre 25.000 Euro Schleusungskosten abbezahlt sind.

Mit einer Entscheidung über die Revisionen beim BGH ist voraussichtlich frühestens im Sommer 2020 zu rechnen.

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