RN-Bulli: So war es auf dem Wochenmarkt in Bork

Serie: Bei Anruf dort

Als der Ruhr-Nachrichten-Bulli am Donnerstagnachmittag auf dem Wochenmarkt in Bork ankommt ist dort schon ordentlich was los. Marktmeister Franz-Joseph Raubruch hat bei unserer Serie "Bei Anruf dort" mitgemacht. Er wollte zeigen, dass der Wochenmarkt ein voller Erfolg war und ist. Und er hat uns nicht zu viel versprochen.

BORK

, 28.07.2017, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
RN-Bulli: So war es auf dem Wochenmarkt in Bork

Franz-Josef Raubuch hat den RN-Bulli auf den Wochenmarkt eingeladen. Redaktionsleiterin Sylvia vom Hofe ist gerne gekommen.

„Fisch und Käse sind heute nicht da wegen der Urlaubszeit“, sagt Franz-Josef Raubuch. Das hört sich wie eine Entschuldigung an. Dabei ist es an diesem Donnerstagnachmittag, als der cyanblaue Ruhr-Nachrichten-Bulli eintrifft, in Bork so voll wie an keinem anderen Wochentag. Es ist Wochenmarkt. Und der findet seit Juni nicht mehr auf dem Marktplatz statt, sondern im Herzen des Ortes: auf der gesperrten Hauptstraße.

Franz-Josef Raubuch hat bei unserer Serie „Bei Anruf dort“ mitgemacht, um zu zeigen, „wie gut es hier läuft“. Vor fünf Jahren hatte Raubuch den Wochenmarkt ins Leben gerufen. „Ich fand es schade, dass wir keinen hatten“, sagt der 69-Jährige. Er hat es nicht beim Bedauern gelassen, sondern ist aktiv geworden. „Nein, Erfahrung hatte ich nicht“, sagt er und lacht. „Ich bin Handwerksmeister und Kaufmann, da schreckt einen nichts.“

Erfolg machte Nachbarn aus Selm aufmerksam

Als Ruheständler – „meine Tochter hat das Raumausstattungsunternehmen übernommen“ – habe er eine neue Herausforderung gesucht – mit Erfolg. Rund zehn Händler bieten jeden Donnerstag zwischen 14 und 17 Uhr ihre Waren an: von Damenpullovern XXXL bis Dauerwurst. Nachdem Raubuch den Borker Markt mit Erfolg ins Leben gerufen hatte und seitdem betreut, wurden die Nachbarn aus Selm auf ihn aufmerksam. „Seit zwei Jahren bin ich jetzt auch dort Marktmeister.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das sagten die Borker über den Wochenmarkt an der Hauptstraße

Egal ob Händler oder Kunden. Die Menschen kommen gerne zum Wochenmarkt auf die Hauptstraße in Bork. Warum? Das haben sie uns erzählt als der RN-Bulli am Donnerstag dort halt machte.
28.07.2017
/
Familie Drewes aus Bork ist selbstverständlich mit ihrem Marktstand vertreten.© Foto: Sylvia vom Hofe
Andreas Langhammer hat seine Bäckerei zwar nur einen Steinwurf entfernt dennoch ist er mit einem eigenen Stand und einer mobilen Berliner-Ballen-Bäckerei auf dem Markt vertreten. „Da nehmen mich die Kunden besser wahr.“© Foto: Sylvia vom Hofe
„Ob hier auf der Straße, oder vorher auf dem Marktplatz: Der Kundenzuspruch ist gut.“ Michael Möller (r) aus Olfen bietet Blumen und Gemüse an.© Foto: Sylvia vom Hofe
„Meine Bienen habe ich zuhause in meinem Borker Garten, an der Lippe und am Schloss Cappenberg stehen.“ Thomas Reher ist Borker seit 20 Jahren, Freizeit-Imker, und bietet seit fünf Jahren Honig Bienen auf dem Markt an.© Foto: Sylvia vom Hofe
Franz-Josef Raubuch hat den RN-Bulli auf den Wochenmarkt eingeladen. Redaktionsleiterin Sylvia vom Hofe ist gerne gekommen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Redaktionsleiterin Sylvia vom Hofe kommt auf dem Markt mit vielen Bürgern ins Gespräch.© Foto: Sylvia vom Hofe
Die Gaststätte Dörlemann in Bork hat sich seit ihrer Wiedereröffnung zum Treffpunkt entwickelt. „Erst kaufe ich ein“, sagt Waltraud Spatzier, „dann gehe ich mit Kaffee trinken bei Dörlemann.“© Foto: Sylvia vom Hofe
„Mir gefällt der Markt auf der Hauptstraße ausgezeichnet: ein echter Treffpunkt.“ So sieht das Reinhard Rempt (r), der 1966 Deutscher Meister im Badminton war.© Foto: Sylvia vom Hofe
„Der Markt ist eine gute Gelegenheit, mit den Borkern ins Gespräch zu kommen“, sagt Rüdiger Willms aus Südkirchen. Er ist Caritas-Mitarbeiter und Quartiersmanager für Bork.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Wochenmarkt zieht viele Bürger aus Bork an. So voll ist es an anderen Nachmittagen selten.© Foto: Sylvia vom Hofe
Schlagworte Selm

Der RN-Bulli parkt unter der Platane zwischen dem Gemüse- und Eierstand. Der ursprüngliche Standort des Marktes, der eigentliche Marktplatz, ist ganz in der Nähe. „Dort hat aber nie ein Markt stattgefunden“, sagt Waltraud Spatzier, die mit ihrer Einkaufstasche voller Tomaten vorbeikommt. Sie könne den Umzug auf die Hauptstraße nur begrüßen.

Die Kulisse mit den alten Häusern sei viel schöner. Außerdem grenzen die katholische Bücherei, das Secondhand-Geschäft des Asylkreises und das Gasthaus direkt an. „Alles ist da.“ In einigen Wochen werden die Häuser rund um den Platz abgerissen. Die Caritas wird auf dem Grundstück ein Pflegeheim errichten.

Geselliges Kaffee trinken nach dem Marktbesuch

Spatzier freut sich immer auf die Donnerstage in Bork – wegen der Frischwaren auf dem Markt und wegen der Geselligkeit. „Erst kaufe ich ein“, sagt sie, „dann gehe ich mit Kaffee trinken bei Dörlemann.“ Ihren Bekannten gehe es wie ihr: „Wir können nicht mehr gut rausfahren: das Alter.“

Jetzt lesen

Figan Ucar-Macit betreibt zusammen mit ihrem Ehemann Erdal Macit die Gaststätte, die die Interessengemeinschaft Borker Bürger (IGBB) aus dem Dornröschenschlaf geweckt hatte, damit es weiter Gastronomie im Ortskern gibt. Sie hat schon die Kaffeetafel für die Seniorenrunde eingedeckt.

Auch die Händler kommen gerne zum Wochenmarkt

„Himbeeren, Blaubeeren, Erdbeeren“, ruft Mechthild Drewes. Die 75-jährige Borkerin ist mit Leib und Seele Markthändlerin und unterstützt immer noch ihre Kinder, die am großen Gemüse- und Obststand neben ihr abwiegen, eintüten und den Kunden herübereichen.„Früher gab es lediglich im Herbst den Kappesmarkt“, sagt sie. An einen regelmäßigen Wochenmarkt, wie er seit fünf Jahren in Bork stattfindet, kann sie sich nicht erinnern.

Seine Bäckerei ist nur einige Schritte entfernt. Dennoch hat Andreas Langhammer seinen Stand, an dem er frische Berliner backt, mitten im Marktgeschehen auf der gesperrten Hauptstraße aufgebaut. „Da nehmen mich die Kunden besser wahr.“

Zwischen 14 und 17 Uhr senkt er handgeformte Teigballen ins heiße Fett. Dass er bereits seit etwa 1 Uhr auf den Beinen ist, hält ihn davon nicht ab. „Das gehört dazu“, sagt er und lacht. „Der Wochenmarkt ist eine echte Bereicherung für Bork“, sagt der Borker.

Lesen Sie jetzt