Römerstraße in Selm: Spielplatz wird saniert

Über Jahre verkommen

Im Juni soll der Abenteuerspielplatz im Selmer Römergebiet wieder ganz den Kindern gehören. Momentan wird er saniert. Zur Freude der Anwohner.

SELM

, 12.05.2017, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sonne scheint, die Temperatur ist angenehm. Julia Sandhowe und ihre Mutter Monika Richter sitzen auf einer Bank auf dem Römerspielplatz, vor ihnen schläft Julia Sandhowes sechs Monate alter Sohn Felix im Kinderwagen. Einige Meter weiter steht ein nagelneues Spielgerät, eingerüstet durch einen Bauzaun. „Noch“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann.

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Der Spielplatz, mit jeweils einem Zugang von der Römerstraße und der Anne-Frank-Straße, wird im Moment kräftig aufgepeppt – und das zur großen Freude von Julia Sandhowe und Monika Richter. Familie Richter wohnt seit 1980 in der Anne-Frank-Straße, im Haus direkt neben dem Spielplatz. Die Kinder der Richters, Sebastian und Julia, haben in ihrer Kindheit viel Zeit auf dem Spielplatz verbracht. „Egal bei welchem Wetter“, erinnert sich Julia Sandhowe.

Der Besuch des Spielplatzes ist bei den Richters Familientradition

„Und wenn die Laternen angingen, musste ich nach Hause“, erzählt sie von einer Verabredung mit ihren Eltern. Die 28-Jährige hat sich aufgrund dieser positiven Erinnerungen in der Redaktion der Ruhr Nachrichten gemeldet und nach einem offiziellen Eröffnungstermin für den Spielplatz gefragt. Im Gespräch wurde schnell klar: Der Hintergrund ist noch spezieller. Im November 1989 wurde der Spielplatz in der Römersiedlung von der Stadt eröffnet. Neben Anwohnern und vielen Kindern waren damals Volker Berendt aus dem Tiefbauamt der Stadt und Rolf Kurek als Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Römersiedlung mit vor Ort.

 

Auf dem Zeitungsfoto der Ruhr Nachrichten vom 14. November 1989 findet sich auch Monika Richter. Im Kinderwagen vor ihr Tochter Julia, ungefähr so alt wie deren Sohn Felix heute. Monika Richter hat den Zeitungsausschnitt aufbewahrt. Und da Julia Sandhowe regelmäßig mit Felix zu Besuch bei ihren Eltern ist, kann sie nur zu gut den Niedergang des beliebten Spielplatzes in den vergangenen Jahren beschreiben: verfaulte Holzpfosten an Geräten, grauer Sand, gesperrte Spielgeräte, ein Treffpunkt von Jugendlichen – kaum noch spielende Kinder.

28 Jahre nach der Eröffnung hat Julia Sandhowe jetzt aber wieder Hoffnung. „Es sieht wieder richtig nach einem Abenteuerspielplatz aus“, sagt sie und verbindet das mit einem Lob an die Stadt. Es sei ein Platz, auf dem sich Mütter, Väter und Kinder wohlfühlen könnten.

Eröffnung im Juni geplant

Neben dem neuen großen Spielturm ist der Sand wieder gelb, er ist durch Randsteine eingefasst, die Hecken sind radikal gestutzt, was für Eltern einen freien Blick auf ihre spielenden Kinder zulässt. Stadtsprecher Malte Woesmann verweist darauf, dass noch weitere Arbeiten folgen werden. Neu aufgeteilt sei der Platz bereits, es gibt nun einen U3-Bereich mit Kleinkind-Schaukel, eine Hangrutsche wird an anderer Stelle installiert, der Fallschutz unter den Geräten verbessert. Drei Bäume wurden gepflanzt. Die Gesamtkosten führt Woesmann auf 33.000 Euro an. Im Juni soll Eröffnungstermin sein.

„Es ist wieder ein Platz für Kinder, auf dem sie sich austoben können“, bemerkt Julia Sandhowe, schon bevor die Arbeiten abgeschlossen sind. Für jedes Kindesalter sei etwas dabei, pflichtet ihre Mutter bei und verweist auch auf den zum Spielplatz zugehörigen Bolzplatz. Zwei Wünsche haben die Beiden aber noch: „Vielleicht gibt es ja noch eine weitere Sitzbank“, sagt Monika Richter. Doch viel wichtiger ist ihrer Tochter, „dass der Spielplatz nicht wieder zu einer Hundetoilette verkommt“. 

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