Rückblick: Kyrill stürmte über Selm und Nordkirchen

Orkan am 18. Januar 2007

Umgestürzte Bäume, gesperrte Straßen und Bahnstrecken – Ausnahmezustand. Zehn Jahre ist es her, dass Orkan Kyrill deutschlandweit große Schäden anrichtete. Auch in Selm und Nordkirchen stürzten Bäume um. Wir haben zusammengetragen, was damals passiert ist und was man heute noch davon sieht.

SELM/NORDKIRCHEN

von Louisa Schocke

, 17.01.2017, 18:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ela traf Selm härter als Kyrill: Eine 100 Jahre alte Linde war in der Nacht zum 10. Juni 2014 auf dieses Haus in der Straße Im Dahler Feld gefallen. Der Dachstuhl und der Innenausbau einer Wohnung sind damals in Mitleidenschaft gezogen worden.

Ela traf Selm härter als Kyrill: Eine 100 Jahre alte Linde war in der Nacht zum 10. Juni 2014 auf dieses Haus in der Straße Im Dahler Feld gefallen. Der Dachstuhl und der Innenausbau einer Wohnung sind damals in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 war turbulent – Orkan Kyrill fegte auch über Selm und Nordkirchen hinweg. Verheerende Schäden blieben aber glücklicherweise aus. Trotzdem hatten die Helfer einiges zu tun. Die Menschen in Cappenberg hatten aufgrund des Sturms zwei Stunden lang keinen Strom. Außerdem waren rund 30 Feuerwehrmänner in Selm im Einsatz. Es blieb zum Glück größtenteils bei Schäden an Bäumen, Häusern oder Autos, nur zwei Personen wurden leicht verletzt.

Im Cappenberger Wald sah es hingegen anders aus. Dort fielen 1000 bis 1500 Festmeter (Raummaß) Holz, die zu 800 Tonnen Kaminholz verarbeitet wurden. Aufgeforstet wurde jedoch nicht. Diese Aufräumarbeiten dauerten drei Wochen an. Laut dem gräflichen Förster Elmar Berks sind die damaligen Schäden im Cappenberger Wald heute nicht mehr erkennbar. Der Selmer Stadtsprecher Malte Woesmann schließt sich dieser Bilanz für die Stadt Selm an: „In Selm wurden wenig Schäden verursacht und diese sieht man heute nicht mehr."

Im Schlosspark Nordkirchen ist ebenfalls einiges passiert. Dort wurden fast 70 Bäume entwurzelt. 62 davon in einer Allee, welche gefällt und darauf hin ersetzt werden mussten.

Bahnbetrieb war mehrere Tage eingestellt

Größere Probleme bereiteten die Sturmfolgen der Bahn. Der Bahnbetrieb war mehrere Tage eingestellt. „Die Beseitigung der unmittelbaren Schäden dauerte etwa 14 Tage“, erinnerte sich Reinhard Schocke, Geschäftsführer des Garten- und Landschaftsbaubetriebs „grün ER leben“ aus Werne. Dieser Betrieb half mit, die Bahnstrecken in der Region freizuräumen und zu sichern.

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Mit zwanzig Mann überprüften sie Bäume auf Standsicherheit und somit auf eine mögliche Gefährdung hin. „Mögliche Gefährdungen an den Bäumen konnten nicht mithilfe von Hubsteigern oder Ähnlichem beseitigt werden. Mit speziellen Seilklettertechniken war dies aber möglich“, erklärte Reinhard Schocke. Das Versagen technischer Hilfsmittel wie Hubsteigern sei damit zu erklären, dass die Stellen zu eng und die Maschinen somit zu unwirksam in ihrem Einsatz geworden wären.

Bahnstrecken liegen häufig an Böschungen, oft sind Entwässerungsgräben daneben angelegt, genauso wie Kabel verlegt sind. Dies mache den Einsatz derartiger technischer Hilfsmittel unmöglich. „Ein Jahr später haben wir immer noch an Bahnstrecken Sturmschäden nachgearbeitet“, erzählt Schocke.

Pfingststurm Ela hatte gravierende Folgen

Mit weniger Windstärke aber mit mehr Folgen zog Pfingststurm Ela 2014 über Selm. Dieser Sturm hat in Selm weitaus schlimmere Schäden angerichtet als Kyrill. Ela warf am Dahler Feld 50 bis 60 Linden um. Auch auf der Nordkirchener Straße fielen viele Bäume um. Stadtsprecher Malte Woesmann dazu: „Dank umfangreicher Aufforstungsarbeiten sieht man von diesen Schäden heute kaum noch etwas.“ Das Land NRW stellte bei diesem Sturm einen Hilfsfonds über 98.000 Euro zur Verfügung. Doch der ungefähre Schaden lag bei 200 000 Euro.

Im Cappenberger Wald sind laut dem Förster Berks etwa 500 bis 600 Festmeter Holz gefallen. Die Aufräumarbeiten in diesem Waldgebiet dauerten etwa drei Monate. „Heute sieht man von diesen Schäden kaum noch etwas im Cappenberger Wald“, so Berks.

Nicht nur in Selm, sondern auch in Nordkirchen sind durch Ela einige Bäume umgefallen. Etwa 170 Einzelbäume fielen. 70 Bäume im Schlosspark wurden entwurzelt. Die Aufräumarbeiten dauerten drei bis vier Wochen. Der ungefähre Schaden lag hier bei 320.000 Euro. Aber schon ein Jahr später waren auch alle Schäden in Nordkirchen beseitigt.

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