So sieht der Caritas-Bauplatz mitten in Bork aus. Auf dem ehemaligen Marktplatz will die Caritas das Altenheim bauen. © Sylvia vom Hofe (Archiv)
Caritas-Heim

Runder Tisch Bork fürs Altenheim: Termin gibt es, aber kaum Hoffnung

Möglichst schnell solle die Stadtverwaltung einen runden Tisch einberufen, um über den Altenheim-Bau in Bork zu sprechen, hatte der Stadtrat am 30. 9. beschlossen. Die Umsetzung dauert aber.

Anfang November solle es so weit sein, sagt Malte Woesmann, der Sprecher der Stadt Selm. Für diesen Zeitraum – er nennt den konkreten Termin nicht – würden gerade die Einladungen für den runden Tisch verschickt. Empfänger der Einladungen: die Vertreter der Fraktionen im Selmer Stadtrat, der Caritasverband Lünen-Selm-Werne und an die katholischen Kirchengemeinde. „Wie im Ratsbeschluss gefordert“, ergänzt Woesmann. In diesem Beschluss war allerdings auch von „möglichst schnell“ die Rede.

IGBB-Sprecher: „Die Sache ist durch“

Unabhängig davon, wie zügig die Gruppe zusammenkommen wird: Norbert Wesselmann ist davon überzeugt, dass dieses Treffen gar nicht nicht mehr nötig ist. „Die Sache ist doch durch“, sagt der Sprecher der Interessengemeinschaft Borker Bürger (IGBB). Mit „die Sache“ meint er die Standortfrage für das Caritas-Altenheim.

Bekanntlich war Kritik an dem jetzigen Grundstück für das Gebäude, dem ehemaligen Marktplatz in Selm, laut geworden, nachdem die Caritas angekündigt hatte, statt der ursprünglich geplanten 39 Plätze 52 schaffen zu wollen. Das Neubaugebiet Neuenkamp am Lidl eigne sich viel besser für einen solchen Baukörper, hieß es – auch von Mitgliedern der überparteilichen IGBB. Diese Haltung hat sich aber inzwischen geändert, zumindest bei Wesselmann. Ein runder Tisch, an dem die Caritas als Bauherrin und Eigentümerin des Marktplatz-Grundstücks nicht teilnehmen wolle, wie Geschäftsführer Benstein bereits angekündigt hatte, sei zum Scheitern verurteilt, sagt Wesselmann. Und mit der Umplanung der Gebäude – Flachdächer statt Walmdächer – und die Schaffung von zusätzlichen Parkplätzen sei bereits ein guter Kompromiss erzielt worden.

Herbert Krusel: „Wir müssen aus Fehlern lernen“

Herbert Krusel, selbst IGBB-Mitglied und der Vorsitzende der Ortsunion Bork, sieht das ganz anders. Dabei hat auch er keine Große Hoffnung mehr, dass das Altenheim tatsächlich an anderer Stelle gebaut werde. Dafür sei ein Investor nötig, der auf dem ehemaligen Marktplatz bauen wolle. „Aber den gibt es gerade nicht.“ Dennoch sei der runde Tisch wichtig, um allen Beteiligten – „auch gerade unserer eigenen Bauverwaltung“ – , zu sagen, „dass wir künftig besser miteinander umgehen müssen“. Der Caritasverband habe dreimal die Frist für den Baustart in Absprache mit der Verwaltung verlängern können, ohne dass das Thema der politischen Auseinandersetzung gewesen sei. Auch die deutliche Vergrößerung des Bauvorhabens sei „eher nebenbei“ thematisiert worden.

„Aus solchen Fehlern müssen wir lernen“, sagt Krusel. Das Gespräch darüber sei keinesfalls vergeudete Zeit, sondern eine Chance: „Schließlich haben wir noch einige Projekte vor uns, gerade im Ortsteil Bork.“ Das integrierte Handlungskonzept sieht etwa die Neugestaltung des Kirchrings vor.

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Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe