Runder Tisch: Gewalt gegen Kinder

SELM Körperliche und psychische Gewalt gegen Kinder ist ein brandaktuelles Thema. Auch in Selm und im Kreis Unna. Die verhungerte Lea-Sophie in Schwerin oder der zu Tode geprügelte Kevin in Bremen sind nur zwei der bekanntesten von vielen Fällen, die die Öffentlichkeit in letzter Zeit aufgerüttelt haben. Die Selmer SPD um ihren Stadtverbandsvorsitzenden Mario Löhr will sich dieses Problems künftig verstärkt annehmen.

von Von Kevin Kohues

, 25.01.2008, 12:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das BKA warnt vor Datenklau im Internet.

Das BKA warnt vor Datenklau im Internet.

In Form eines Runden Tisches informierten sich die Selmer Genossinnen und Genossen am Dienstag in der Gaststätte Kamphaus über die verschiedenen Formen von Gewalt gegen Kinder und insbesondere über die Gefahren, die von pädosexuellen Tätern über das Internet ausgehen.

Referentin vom Kinderschutzbund

Referentin Astrid Müller, beim Kinderschutzbund Unna zuständig für die Präventionsarbeit in Kindergärten und Schulen, klärte die anwesenden Genossen über die vier verschiedenen Arten von Gewalt auf, die Kindern tagtäglich - auch im Kreis Unna - zugefügt werden.

Dazu zählen Vernachlässigung, körperliche, psychische und sexuelle Gewalt. Auf letzterer Form liege der Schwerpunkt ihrer Arbeit. "Wir arbeiten mit zwei Projekten, um sowohl Eltern als auch Kinder aufzuklären", erklärte Müller. Mit dem Projekt "Das Schweigen brechen" besuche sie vor allem Kindergärten. "Dort geht es darum, den Kindern auf spielerische Art und Weise zu vermitteln, ,Nein' zu sagen", so die 36-Jährige. Im vierten bis sechsten Schuljahr versuche sie dann, die Kinder selbstbewusst und stark zu machen.

Das zweite Projekt des Kinderschutzbundes heißt "Safer Chat". Astrid Müller: "95 Prozent der pädosexuellen Täter versuchen inzwischen über das Internet Kontakt zu ihren Opfern aufzunehmen." Sexueller Missbrauch im Netz stelle ein in den letzten Jahr rasant gewachsenes Problem dar. Mittels eines informativen und eindringlichen Films über die Gefahren, die vor allem in den Chatrooms auf Kinder lauern, informierte die Diplompädagogin die beeindruckten Selmer Genossen. "Ich war richtig geschockt", bekannte Mario Löhr hinterher.

"Schulausschuss,  Verwaltung und Schulen mit ins Boot holen"

Als stellvertretender Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses wolle er dieses dringliche Problem demnächst auch in die Ausschussarbeit einbringen und Astrid Müller zu einer Sitzung einladen. "Auch den Schulausschuss, die Verwaltung und die Schulen sollten wir mit ins Boot holen", so Löhr. Wichtig seien zum einen finanzielle Mittel für die Präventionsarbeit und zum anderen eine Sensibilisierung von Eltern und Kindern.

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