Sanitär-Großhändler plant Logistikzentrum auf der grünen Wiese in Selm und zeigt Entwürfe

rn200 Arbeitsplätze in Selm

Dass sich der Sanitär-Großhändler Cordes & Graefe in Selm ansiedeln möchte, ist seit 2019 bekannt. Jetzt hat das Unternehmen erstmals vorgestellt, wie die Gebäude aussehen könnten.

Selm

, 10.03.2020, 11:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

13 Hektar am der Werner Straße - direkt im Abschluss an den Kreisverkehr Werner Straße/Zeche-Hermann-Wall. So groß ist das Grundstück, das das Bremer Unternehmen Cordes & Graefe bebauen möchte. Vielleicht noch mehr. Ein weiteres Grundstück im Norden steht noch als Reserve zur Verfügung, aber erst einmal will sich der Sanitär-Großhändler auf der sogenannten Haschmann-Fläche ansiedeln.

Noch endet die Straße im Nichts. In etwa zwei Jahren könnte sie zum neuen Logistikzentrum führen.

Noch endet die Straße im Nichts. In etwa zwei Jahren könnte sie zum neuen Logistikzentrum führen. © Günther Goldstein

Die Firma Haschmann hatte den ehemaligen Bauernhof dort zuletzt als Gartenbaubetrieb genutzt. Abgesehen von diesen Gebäuden, die von einigen Bäumen umstanden werden, ist der Großteil des künftigen Industriegebiets zurzeit noch landwirtschaftliche Fläche: Fettwiesen, also nährstoffreiches Grünland.

Dreistöckige Gebäude neben dem Parkplatz

Dieser Ist-Zustand wird sich erheblich ändern, wenn es nach der Vorstellung des Unternehmens geht. Das plant für sein neues Logistikzentrum und dessen 200 Beschäftigte neben einem großen Parkplatz für rund 300 PKW ein dreistöckiges Verwaltungsgebäude, ein dazugehöriges Sozialgebäude mit Kantine und Küche und vor allem drei große Paletten-Lagerhallen - jede rund zwölf Meter hoch und mit einem Hektar Grundfläche so groß wie ein Fußballfeld. An sie schließen sich mit fast 3000 Quadratmeter Größe deutlich kleinere, dafür aber höhere Lagerhallen an.

Dreistöckig sind Verwaltungsgebäude und Kantine.

Dreistöckig sind Verwaltungsgebäude und Kantine. © InBau GmbH/Stadt Selm

Diese massige Bebauung könnte noch massiver werden. Je nach Ausbau- und Erweiterungsvariante könnten noch zwei bis vier weitere Hallen in Fußballplatz-Größe entstehen. Das sei allerdings noch Zukunftsmusik, wie der Planer sagte, der die Entwürfe für Cordes & Graefe in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses vorgestellt hatte. „Allererste Ideen“ seien das, wie er betonte.

Zufahrt über den Kreisverkehr

Auch wenn sich noch vieles ändern kann: Wie die künftigen Mitarbeiter, Zulieferer und Mitarbeiter des Logistikzentrums zu der Adresse Werner Straße 111 fahren werden, ist unstrittig: von der Werner Straße über den Kreisverkehr ins Plangebiet. Dieser Abzweig existiert bereits. Nur dass die Zufahrt nach rechts bislang nach wenigen Metern abbricht.

Demnächst soll es von dort direkt zu dem PKW-Parkplatz gehen, an den sich auch ein Wartebereich für LKW anschießt. LKW könnten dort auf ihre Abfertigung warten, erfuhren die Ausschussmitglieder. 20 Minuten Wartezeit, 30 Minuten Entladezeit, „danach sind die schon wieder weg“. Dass Fahrer dort übernachteten oder das Wochenende verbringen könnten, sei nicht vorgesehen.

Ein Blick auf die erste der drei hintereinander stehenden Lagerhallen.

Ein Blick auf die erste der drei hintereinander stehenden Lagerhallen. © InBau GmbH/Stadt Selm

Mit Ausnahme von Marion Küpper von den Grünen stimmte der gesamte Ausschuss dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes Nr. 90 „Östliche Erweiterung des Industriegebietes Werner Straße“ zu: der Startschuss, die Planungen zur Ansiedlung des Unternehmens weiter zu vertiefen. „Noch einige Zeit“ werde es dauern, bis mit den Bauarbeiten begonnen werden könne, hatte der Unternehmenssprecher etwas vage im Interview gesagt. Konkreter wollte sich auch jetzt noch niemand äußern.

Artenschutzprüfung mit erstaunlichem Ergebnis

Bereits erledigt ist die artenschutzrechtliche Untersuchung. Im Auftrag von Cordes & Graefe hatte ecotone, ein Umweltplanungsbüro aus Dortmund, verschiedene Erhebungen gemacht: Nicht nur so selten gewordene Arten wie Feldlerche und Kiebitz seien auf der 13 Hektar großen Grünland-Fläche nicht anzutreffen. Der Biologe hat auch keine Hinweise auf Gartenrotschwanz, Spatz, Mäusebussard gefunden - auch nicht auf 30 weitere Tierarten.

13 Hektar ohne Tiere? „Für keine der 36 potenziell vorkommenden planungsrelevanten Fledermaus-, Vogel- und Amphibienarten und auch für keine sonstigen planungsrelevanten Arten“ erwartet der Gutachter „Auswirkungen und Konflikte durch die geplanten Baumaßnahmen“.

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