IHK-Wirtschaftsgespräch

Saria, McAirlaid`s, Cordes&Graefe: Selm im Aufwind trotz Corona

„Die Selmer Unternehmerlandschaft ist gesund“, sagt Selms Bürgermeister Thomas Orlowski beim IHK-Wirtschaftsgespräch. Dafür nennt er Beispiele - und bekannte Namen.
Das Wirtschaftsgespräch Selm der IHK fand bei Saria statt. Als Redner traten vor dem informellen Austausch auf (v. l.): Tobias Schucht (IHK-Regionalbetreuer Selm), Thomas Orlowski (Bürgermeister), Joachim Horn (Inhaber von Reisebüro Horn und Mitglied der IHK-Vollversammlung), Franz-Bernhard Thier (Mitglied des Vorstandes der Saria-Gruppe), Stefan Schreiber (IHK-Hauptgeschäftsführer) und Stefan Peltzer (Netzwerkbüro Betriebliche Mobilität). © Stephan Schütze

Die Rethmann-Tochter Saria bereitet eine erhebliche Erweiterung seiner Verwaltungsgebäude an der Werner Straße vor. Nach und nach will das international tätige Unternehmen auf einer Fläche von 4,2 Hektar wachsen. Schräg gegenüber wird schon fleißig gebaut. Der Vließhersteller Mc Airlaid`s mit fünf Standorten, der in Selm unter anderem Atemschutzmasken produziert, baut gerade seine zweite Halle. Ganz in der Nähe von beiden – ebenfalls an der Werner Straße – will möglichst schnell der Sanitärgroßhändler Cordes & Graefe ein Logistikzentrum aufbauen. „Und alteingesessene Unternehmen wollen ebenfalls expandieren“, sagt Thomas Orlowski. Es läuft in Selm.

Davon hat der Selmer Bürgermeister, der vor etwa einem Jahr sein Amt angetreten hat, während des ersten IHK-Wirtschaftsgesprächs seiner Laufbahn berichtet - in einem Konferenzraum von Saria, einem echten Global Player mit Sitz in Selm. Das Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 2,7 Milliarden Euro und weltweit 10.500 Mitarbeitern ist auf allen Kontinenten aktiv bei der Verwertung von Produkten aus der Fleischwirtschaft und der Lebensmittelbranche, wie Vorstand Franz-Bernhard Thier in einem Kurzporträt sagte.

Schreiber: 1000 Beschäftigte mehr in Selm als vor elf Jahren

Orlowskis positive Standortbestimmung bestätigte IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber. Er berichtete, dass trotz Corona die Zahl der IHK-zugehörigen Unternehmen in Selm im Januar 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat von 1.175 um 26 auf 1.201 gestiegen sei: ein Plus von 2,2 Prozent. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist zwar im selben Zeitraum leicht gesunken – von 5.551 um 85 auf 5.466: ein Minus von 1,5 Prozent. „Das sind trotzdem immer noch über 1.000 Beschäftigte mehr als im Jahr 2010.“ Außerdem hatte Selm im September mit einem Rückgang von 3,7 Prozent – um 33 auf 868 – den größten Abbau von Arbeitslosigkeit im Kreis Unna zu verzeichnen. Die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse ist mit 51 konstant auf dem Niveau des Vorjahres geblieben.

Eine Branche, die besonders schwer unter den Folgen der Pandemie zu leiden hat, ist die Reiseverkehrsbranche. Joachim Horn, Inhaber von Reisebüro Horn, Mitglied im Vorstand des Deutschen Reise-Verbandes sowie Selmer Vertreter in der IHK-Vollversammlung, gab den rund 50 Gästen im Saal sowie den Zuschauern des Live-Streams Einblicke.

Hilfe bei Suche nach Arbeitskräften

Ob in kleinen oder großen Unternehmen: Fachkräftemangel ist überall ein herausforderndes Zukunftsthema. „Wir als Stadtverwaltung versuchen, die Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Suche nach Arbeitskräften zu unterstützen“, sagte Orlowski. Dabei verwies er auf aktuelle Neubau- und Infrastrukturprojekte, die Selm nicht nur als Arbeits-, sondern auch als Wohnort attraktiv machen sollen.