Schlachthofbetreiber aus Selm soll auf Videomaterial zu sehen sein

Schächtungsvorwürfe

Einer der Schlachthofbetreiber aus Selm beteuert, nichts von den Vorgängen in seinem Betrieb mitbekommen zu haben. Allerdings soll er in dutzenden Filmaufnahmen zu sehen sein.

Selm

, 24.03.2021, 18:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Mittwoch hatten Menschen ein Schild vor dem Schlachtbetrieb in Selm aufgestellt.

Am Mittwoch hatten Menschen ein Schild vor dem Schlachtbetrieb in Selm aufgestellt. © Jura Weitzel

„Die Verantwortlichen gehen die ganze Zeit durch den Betrieb, einer macht auch mit bei einer Schächtung, die Leute mit Migrationshintergrund übernehmen die Drecksarbeit, wie in der Schlachtbranche üblich“, sagt Friedrich Mülln, Sprecher der Tierschutzorganisation Soko Tierschutz im Video-Interview mit unserer Redaktion.

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Berichterstattungen unserer Redaktion, aber auch des ARD-Magazins Fakt hatten Vorwürfe gegen das Schlacht- und Fleischzentrum Prott in Selm öffentlich gemacht. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Tiere systematisch zu schächten. Die Staatsanwaltschaft Dortmund prüft, ob sie ein Ermittlungsverfahren einleitet, der Kreis Unna hatte den Betrieb bis auf Weiteres geschlossen.

Keinen Kommentar zu den Vorwürfen

Gegenüber der Redaktion von Fakt, die am Dienstagabend in der ARD einen Bericht zu den Vorgängen im Schlachthof veröffentlicht hat, sagte Hubert Prott, einer der Betreiber des Hofes, dass er von den Vorgängen auf dem Hof nichts gewusst habe. Er sei nie vor Ort gewesen, bei den frühen Schächtungen. Dem widerspricht Tierschützer Friedrich Mülln von Soko-Tierschutz. Es gebe dutzende Szenen, in denen Hubert Prott zu sehen sei. Auch zu Zeiten, in denen parallel Geschächtet wurde. In dem Fakt-Beitrag werden die Szenen verpixelt gezeigt. Unserer Redaktion liegen nur Ausschnitte aus diesem Material vor.

Die Aufnahmen hatten Tierschützer und Betriebs-Insider aufgenommen und der Tierschutzorganisation zugespielt. Sie sind aktuell, die Letzten seien noch am Tag der Betriebsschließung am vergangenen Donnerstag entstanden, hatte Friedrich Mülln unserer Redaktion gesagt. Gegenüber unserer Redaktion hatte Hubert Prott gesagt, er wolle keinen Kommentar mehr zu den Vorwürfen abgeben.

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Die Vorgänge auf dem Schlachthof hatten derweil bundesweit ein Presseecho ausgelöst und auch in den sozialen Medien teils zu extremen Reaktionen geführt. Vor dem Schlachtbetrieb in Selm hatten Menschen am Mittwoch ein Plakat aufgehängt und kleine Schafsfiguren aufgestellt, es erinnert an einem Begräbnisort. In dem Betrieb wurden Rinder und Schafe geschlachtet.

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