Der Vortrag findet im Theater des Schlosses Cappenberg statt. © Archiv
Mittelalter-Vortrag

Schlosstheater statt Stiftskirche: Rotary geht neue Wege wegen Corona

Die Stiftskirche ist wegen Sanierung geschlossen. Und Versammlungen sind wegen Corona schwierig. Davon lässt sich der Rotary-Club aber nicht bremsen auf dem Weg ins Mittelalter.

Der Cappenberger Barbarossakopf ist auf Reisen. Zurzeit lässt er sich in Mainz bewundern. „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ heißt die Ausstellung mit fast 300 Exponaten. Eines von ihnen ist das wertvollste Stück aus dem Cappenberger Kirchenschatz. Auch wenn eine Mehrheit von Wissenschaftler inzwischen davon ausgeht, dass die Büste nicht wirklich Barbarossa zeigt, handelt es sich ziemlich sicher um ein Geschenk des berühmten, rotbärtigen Patensohns von Otto von Cappenberg: der Grund, warum sich Cappenberg zu einem Treffpunkt für renommierte Wissenschaftler, insbesondere Historiker und Kunsthistoriker, gemausert hat. Warum 2022 ein Jahr lang gefeiert wird und warum Donnerstag, 24. September, ein besonderer Tag ist für alle historisch Interessierten.

Zum neunten Mal Vortrag zum Mittelalter

„Inzwischen hat sich das schon etabliert“, sagt Michael Funke, der aktuelle Präsident des Selmer Rotary Clubs Kaiser Barbarossa. „Jeweils am dritten Donnerstag im September ab 19 Uhr gibt es einen Vortrag zum Mittelalter“ – mittlerweile zum neunten Mal. Dabei bleibt es auch in diesem Jahr. Prof. Dr. Hedwig Röcklein von der Georg-August-Universität Göttingen wird dieses Mal sprechen über „Die arrangierte Ehe“.

Alles andere sei aber in diesem Jahr anders.

Der Gedanke, die Veranstaltung ausfallen zu lassen, sei kurz aufgekommen, sagt Ralf Schaltenbrand. Und ebenso schnell wieder verschwunden. Schwierigkeiten zu überwinden: Darin kennen sich er und die anderen Aktiven im Selmer Rotary-Club schließlich aus. Sie waren vor etwa einem Jahrzehnt angetreten, den goldenen Barbarossakopf ins öffentliche Bewusstseins zu rücken und mit ihm die Bedeutung Cappenbergs und des damaligen Klosters. Inzwischen können sie auf eine herausragende wissenschaftliche Tagung im vergangenen Jahr verweisen und auf ein Jubiläumsjahr 2022 – 900 Jahre Barbarossa, 900 Jahre Stiftskirche – , das international Beachtung finden will.

Graf von Kanitz stellt Gebäude zur Verfügung

In der eingerüsteten und leer geräumten Stiftskirche bekämpfen Restauratoren den Schimmel. Das Gotteshaus aus der Gründungszeit des Klosters durch Gottfried von Cappenberg 1122 kommt als der Veranstaltungsort nicht in Frage. Die Vortragende und ihr Publikum können aber ganz in der Nähe bleiben. „Wir sind sehr froh darüber, dass uns Graf Kanitz das Theater zur Verfügung stellt“, sagt Funke: den Ort, in dem die katholische Kirchengemeinde zurzeit auch ihre Gottesdienste feiert.

Wegen der Corona-Pandemie müssen allerdings viele Plätze leer bleiben. Nur 80 Plätze stehen zur Verfügung. Abstand und Hygiene sollen den historisch Interessierten aus der ganzen Region Sicherheit vermitteln, sagt Schaltenbrand. Dr. Berthold Lenfers , der Leiter des Corona-Koordinationsstabes des Klinikums Lünen-Werne, hatte ihn und sein Team eigens geschult.

Dezentrale Übertragung in Unna und Werne

Um trotz des verringerten Platzangebotes – in die Stiftskirche passen rund 200 Menschen – allen Interessierten die Möglichkeit bieten zu können, den Vortrag zu verfolgen, setzen die Rotarier auf dezentrale Übertragung. In der Buchhandlung Beckmann in Werne stehen 20 Plätze zur Verfügung und im Westfälischen Literaturbüro in Unna weitere 30. Anmeldungen sind jeweils möglich bei Hanneliese Palm vom Rotary Club, Tel. 0175/4485279, bei Bücher Beckmann, Tel. 02389/2526, und beim Literaturbüro, Tel. 02303/963850.

Der Eintritt kostet jeweils 20 Euro: Der Erlös der Veranstaltung fließt wie in den Vorjahren der internationalen Aktion „End Polio now“ zur Bekämpfung der Kinderlähmung zu.

Der goldene Barbarossakopf aus dem Cappenberger Kirchenschatz bleibt noch bis Mitte April in Mainz. Spätestens 2022 wird er auch in Cappenberg wieder von der Öffentlichkeit zu sehen sein.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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