Schüler verabschieden Klassen-Container mit Graffiti

Antonius-Gymnasium in Lüdighausen

50 Schüler besprühen das Antonius-Gymnasium in Lüdinghausen mit Schriftzügen, Peace-Zeichen und Bildern. Klingt verboten, war aber sogar gewünscht. Und zwar von der Stadt und der Schulleitung. Die Schüler haben sich am Freitag von ihren Klassenraumcontainern verabschiedet. Wir waren mit Foto- und Videokamera dabei.

LÜDINGHAUSEN

11.03.2016, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als überdimensionale Leinwand für die Kunstwerke dienten die alten Pavillons, die seit vierzig Jahren auf der Wiese neben dem St. Antonius Kloster und dem Neubau stehen. Die Gespräche mit den Schülern verraten: Es ist eine Art Hassliebe, die sie mit den kastenförmigen Bauten verbindet. „Im Sommer war es zu heiß, im Winter zu kalt, die Toiletten waren auch oft kaputt“, sagt ein Schüler. Eine Mitschülerin gibt aber auch zu: „Uns verbinden auch viele tolle Erlebnisse mit den Pavillons.“

Dass die Container-Klassenräume jetzt einem neu gestalteten Amphitheater weichen, ist Plan des Regionale-Projektes in Lüdinghausen. Der Bereich zwischen der Burg Vischering und der Innenstadt soll aufgehübscht und attraktiver für Besucher gemacht werden.

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Die Spray-Aktion am Antonius in Lüdinghausen

50 Schüler besprühen eine Schule mit Schriftzügen, Peace-Zeichen und Bildern. Klingt verboten, war aber sogar gewünscht. Und zwar von der Stadt und der Schulleitung. Als überdimensionale Leinwand für die Kunstwerke dienten die alten Pavillons, die seit vierzig Jahren auf der Wiese neben dem St. Antonius Kloster und dem Neubau stehen. Die Gespräche mit den Schülern verraten: Es ist eine Art Hassliebe, die sie mit den kastenförmigen Bauten verbindet. „Im Sommer war es zu heiß, im Winter zu kalt, die Toiletten waren auch oft kaputt“, sagt ein Schüler. Eine Mitschülerin gibt aber auch zu: „Uns verbinden auch viele tolle Erlebnisse mit den Pavillons.“
11.03.2016
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Endlich dürfen wir: Die Jugendlichen hatten viel Spaß.© Foto: Johanna Keck
Moderne Kunst auf alten Gemäuern: Die Schülerin hat ihrer Fantasie freien Lauf gelassen.© Foto: Johanna Keck
Viele Künstler, viele Stile. Doch verderben hier nicht viele Köche den Brei, sondern verfeinern ihn. Ein Gemeinschafts-Kunstwerk entsteht.© Foto: Johanna Keck
Selbst der Innenraum wurde für die freie Entfaltung der Kreativität genutzt.© Foto: Johanna Keck
Endlich: Goodbye Pavillons! Hallo neue Grünfläche.© Foto: Johanna Keck
Erweiterte Leinwand: Schriftzüge, Symbole und kleine Bilder zieren nun die Container.© Foto: Johanna Keck
Mit vorbereiteten Schablonen haben die jungen Künstler neue Bilder geschaffen.© Foto: Johanna Keck
Starker Kontrast. Der bunte Pavillon neben dem alten Klostergebäude.© Foto: Johanna Keck
Witzige Figuren kamen dabei raus.© Foto: Johanna Keck
Fast geschafft: Mit den Abiturienten verabschieden sich auch die Container.© Foto: Johanna Keck
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Ein Glück nicht nur für Kulturbegeisterte und die Lüdinghauser, sondern auch für alle, die sich einmal an der Spray-Dose versuchen wollten, aber keinen Malgrund hatten. „Wir haben im Vorfeld Schablonen gemacht, mit denen man das Spiel Tetris nachmachen kann“, erklärt ein Schüler. Nach und nach kommen immer mehr bunte Klötzchen in L- oder T-Form hinzu. Daneben Blumen, oder „Abi 2016“.

Vom Bürgermeister bis zum Fünftklässler haben dann alle erst geschüttelt, dann gesprüht. Die Idee hatte Helmut Steenweg, Angestellter er Stadt vom Umwelt- und Grünflächenamt. Die Stadt hat sogar die Farbdosen gespendet. „Das soll aber kein Zeichen sein“, sagt er, „damit niemand auf die Idee kommt, dass das jetzt einfach an allen Schulen gemacht werden kann.“ Die leeren Dosen hat er wieder einkassiert.

Abriss am 20. April - spätestens

Da sich Musik und Kunst ja durchaus zusammenarbeiten können, hat noch eine Band gespielt, die Abiturienten haben das Catering übernommen, um die Abi-Kasse aufzubessern. „Adé Pavillons“ heißt es spätestens am 20. April. Denn dann werden sie dem Erdboden gleich gemacht, um Platz für das Projekt zu schaffen.

Wer die am Freitag entstandenen temporären Kunstwerke noch bewundern möchte, hat also bis dahin Zeit. Es lohnt sich, denn aus dem grau-beigen Schuhkarton ist ein bunter Kubus geworden, mit den Kunstwerken ganz verschiedener kreativer Köpfe. 

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