Schülerinnen erkunden beim LAFP das Berufsfeld von Polizistinnen

Girls’Day am LAFP

Es war Girls‘ Day. Auch am LAFP in Bork. Rund 40 Schülerinnen haben dabei erkundet, welche Karrierewege es bei der Polizei gibt.

Bork

, 28.03.2019, 20:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schülerinnen erkunden beim LAFP das Berufsfeld von Polizistinnen

Für den Girls' Day waren am Donnerstag viele Schülerinnen aus der Umgebung im LAFP in Bork. © Marie Rademacher

Ob das nicht ein komisches Gefühl ist, wenn man weiß: Heute muss ich vielleicht auf einen Menschen schießen. Mit dieser Frage bringt die 14-jährige Ariane die kleine Gruppe Mädchen, die zusammen mit zwei Polizistinnen auf einer Schießbahn im LAFP steht, zum Nachdenken.

Natürlich, sagt Sarah Borgmann, eine der beiden Polizistinnen, die am LAFP als Schießtrainerin arbeitet, zustimmend. „Das ist schon ein doofes Gefühl. Auch, dass wir uns in vielen Situationen selbst in Gefahr bringen. Aber darüber muss man sich natürlich im Vorfeld Gedanken machen, wenn man Polizistin werden möchte“, erklärt sie. Sich Gedanken manchen. Über die Zukunft. Über mögliche Karrieregänge. Genau darum geht es beim Girls‘ Day, der am Donnerstag wieder bundesweit stattgefunden hat. 40 Schülerinnen aus der Umgebung Selm waren dazu in Bork beim Landesamt für Aus- und Fortbildung der Polizei, kurz LAFP.

Das ist der Girls‘Day

Zum Hintergrund: Der Girls‘ Day ist ein Zukunftstag für Mädchen. Dabei öffnen Unternehmen, Betriebe oder Institutionen ihre Türen für interessierte Schülerinnen ab der 5. Klasse. Eigentlich geht es dabei darum, dass die Mädchen in Berufe hereinschnuppern, in denen Frauen sonst eher selten vertreten sind.

Schülerinnen erkunden beim LAFP das Berufsfeld von Polizistinnen

Auch, wie man Fingerabdrücke abnimmt, probierten die Schülerinnen aus. © Marie Rademacher

Aber: Ist es überhaupt so, dass der Polizistenberuf noch eine Männerdomäne ist? „Nein“, sagt Benedikt Schmeiser aus der Presse- und Öffentlichkeitsabteilung des LAFP. „Das kann man nicht mehr so sagen.“ Auch die Schülerinnen, die am Donnerstag vor Ort sind, sehen das nicht unbedingt so. „Ich sehe das überhaupt nicht so“, sagt beispielsweise die 15-jährige Marina, während sie ihre Finger in der schwarzen Tusche wälzt, mit der die Polizei Verbrechern oder Verdächtigen Fingerabdrücke abnimmt. Der Bereich Spurensicherung - kurz Spusi - ist nämlich ein Bereich des Polizeiberufes, den die „Girls“ an ihrem Tag bei der Polizei kennenlernen.

Auch wenn der Beruf keine Männerdomäne mehr ist: „Ich hatte immer schon mal den Wunsch zu sehen, wie das bei der Polizei so läuft“, sagt die 15-jährige Julia. die zwölfjährige Jule erzählt: „Ich wollte schon als ich klein war zur Polizei - auch, weil ich im Fernsehen immer Polizeiserien geguckt habe.“ Und da gab es eben immer auch Polizeibeamtinnen.

Ausbildung bei der Polizei

So wie jetzt im LAFP. Circa 35 bis 40 Prozent der Anwärterinnen seien aktuell weiblich, schätzt Benedikt Schmeiser. Auch die beiden Trainerinnen auf dem Schießstand sind weiblich - und damit eine Art Vorbild für die teilnehmenden Schülerinnen. „Ich würde mich freuen, wenn bei einigen Schülerinnen das Interesse am Polizeiberuf geweckt wurde. Vielleicht sehen wir ja die ein oder andere Teilnehmerin in ein paar Jahren als Studierende hier wieder“, so Benedikt Schmeiser. Neuerdings Bewerbungen für eine Ausbildung bei der Polizei auch ganzjährig möglich, erzählt er noch.

Aber es bleibt bei dem, was seine Kollegin auf dem Schießstand eingangs zu den Schülerinnen sagte: Es ist gut, sich im Vorfeld Gedanken zu machen. Für jeden ist der Job nämlich nichts. Das zeige sich oft auch beim Schießtraining, wenn die Polizeianwärter zum ersten Mal eine Waffe in der Hand haben, sie feuern. „Da kamen dem ein oder anderen auch schon mal Tränen. Bei den Mädchen. Aber auch bei den Jungs.“

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