Schulen in der Schwebe: Wann kommen die nächsten Schüler-Jahrgänge?

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Der Tag der Wiedereröffnung der Schulen für Schüler, die vor Abschlussprüfungen stehen, ist an den beiden weiterführenden Schulen Selms gut verlaufen. Darauf ausruhen wird sich niemand.

Selm

, 25.04.2020, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Städtischen Gymnasium Selm kamen die Abiturienten am Donnerstag, 23. April, erstmals wieder nach wochenlanger Zwangspause wegen der Corona-Krise in die Schule. An der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule war es der zehnte Jahrgang. Allein diesen ersten Tag so zu organisieren, dass alle geforderten Hygiene- und Abstandsmaßnahmen erfüllt werden konnten, hat die Verantwortlichen in den Schulen in Zusammenarbeit mit der Stadt Selm viel Arbeit gekostet.

Aber die „ganz normale Arbeit“, wenn man sie in diesen Corona-Zeiten so nennen kann, geht ja auch noch weiter. „Wir müssen ja den Unterricht für die anderen Jahrgänge weiter vor- und aufbereiten“, sagt Eva Graß-Marx, stellvertretende Leiterin der Sekundarschule. Der digitale Unterricht gehe ja weiter.

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Was aber noch hinzu kommt: Die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere Jahrgänge aus der Corona-Zwangspause in die Schulen zurückkehren, ist nicht gering. Dabei spielt der Zeitfaktor für die Vorbereitung eine nicht geringe Rolle für die Schulen.

Fünf Tage Zeit

Am 18. April - das war ein Samstag - hatte das NRW-Schulministerium den Schulen und Schulträgern Vorgaben und Handlungsempfehlungen etwa zu den Abstandsregelungen bereitgestellt. Knapp fünf Tage später hatten die Schulen alle Vorgaben erfüllt zu haben. In Selm ist das deshalb gelungen, weil die Stadt als Schulträger und die Schulen vorausschauend kommuniziert und Schritte in die Wege geleitet hatten, bevor es ministerielle Ausführungsbestimmungen gegeben hat.

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Noch wissen die Schulen nicht, wann die nächsten Jahrgänge wieder in die Schule zurückkehren. Die Neuntklässler der Sekundarschule stehen vor ihrem Hauptschulabschluss. In der kommenden Woche könnte es sein, dass zum Wochenende hin Anweisungen der Landesregierung die weiterführenden Schulen erreichen, die ein Datum zur Öffnung der Schulen für Neuntklässler beziehungsweise im Fall des Gymnasiums für die Q1 und womöglich auch für die EF setzen. Sie bereiten sich mit ihren Teams jetzt schon im Rahmen ihrer Möglichkeiten im Hintergrund auf einen möglichen Tag X vor, an dem an der Sekundarschule die Neuntklässler und am Gymnasium die Jahrgänge Q1 (die 2021er Abiturienten) und EF (Einführungsphase in die gymnasiale Oberstufe) zurückkehren.

Die Zeit läuft weg

„Die Zeit läuft weg“, sagt Ulrich Walter, Leiter des Selmer Gymnasiums. „Wir müssen ja eine Regelung finden für die kommenden Jahrgänge Q1 und EF. Da wird sicherlich noch Bewegung entstehen. Vielleicht sogar in der nächsten Woche.“ Es sei von Seiten der Landesregierung bereits angedeutet worden, dass der nächste Jahrgang der kommende Abiturjahrgang sein werde, also die Q1. „Wenn man an die Abschlüsse und Qualifikationen denkt, dann müsste zeitnah auch die EF kommen. Ist es vertretbar, sie ins Haus zu holen, wenn die Abiturienten zeitgleich da sind? Alles offene Fragen.“

Vorausgesetzt, das Prozedere zur Entscheidungsfindung, wann welche weiteren Jahrgänge in die weiterführenden Schulen kommen sollen, ist ähnlich wie das zur Wiederöffnung für Abiturienten und Zehntklässler, wäre laut Ulrich Walter folgendes Szenario denkbar: Zum ersten Mai-Wochenende informiert die Landesregierung die Schulleitungen. „Dann werden wir wegen der Kurzfristigkeit nicht am Montag, 4. Mai, ganze Busladungen anderer Schüler neben den Abiturienten haben.“ Dann könne es sein, dass, ähnlich wie bei der Teilöffnung für Abiturienten, der nächste Jahrgang am Donnerstag darauf, also am 7. Mai, komme. „Das sind aber Vermutungen“, betont Ulrich Walter.

Bis dahin feilen Sekundarschule und Gymnasium schon an den weiteren Raumbelegungen unter Berücksichtigung erhöhter Schülerzahlen und der Hygiene- und Abstandsvorgaben.

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