Volker Brüning erwartet gerade in den Herbstferien wesentlich mehr Besucher in den Testzentren in seinen Apotheken. © Matthias Stachelhaus
Coronavirus in Schulen

Schultestungen fallen weg – Erwarten die Selmer Apotheker einen Run?

Bald beginnen die Herbstferien. Die Schultestungen, durch die die Schüler am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, fallen dann weg. Das könnte zu Problemen führen.

Die Möglichkeit, sich gegen das Coronavirus in Testzentren schnelltesten zu lassen, gibt es seit Monaten. Zu den Kunden gehörten Kinder und Jugendliche aber nur in seltenen Fällen. Denn sie mussten sich regelmäßig in der Schule testen lassen – und hatten so keine Probleme bei ihren Freizeitaktivitäten.

Wenn ab dem 11. Oktober die zweiwöchigen Herbstferien in Nordrhein-Westfalen beginnen, fallen die Schultestungen aber weg. Im Sport könnte es für Probleme sorgen, dass die Schultestungen wegfallen. Kabinen oder Innenräume dürfen Sportler nur benutzen, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind.

Bislang spielte das für die Kinder aufgrund der Schultestungen nur eine kleine Rolle. Nun müssen sie sich vor dem Training oder Spiel testen lassen, falls sie beim Fußball beispielsweise die Kabinen benutzen oder beim Hand- oder Basketball in die Hallen wollen.

Probleme darin sieht der Jugendleiter der SG Selm, Martin Tembrank, nicht. „Unsere kleinen Jugendteams ziehen sich in der Regel zu Hause um und nutzen die Kabinen nicht“, sagt er. Den Trainern sei zudem bekannt, dass die Schultestungen zwei Wochen lang ausgesetzt sind.

Indoorspielplatz-Betreiber befürchtet einen Umsatzverlust

Anders äußert sich da Bastian Freitag, Geschäftsführer eines Indoorspielplatzes in Lünen. Besonders in den Ferien kämen viele Kinder, um das Angebot bei ihm zu nutzen. „Das wird uns sicherlich die Hälfte des Umsatzes kosten. Ich bin gespannt, wie die Leute damit umgehen“, ärgert er sich mit Blick auf die kommenden zwei Wochen.

Warum er denkt, dass er Umsatz verliert? „Ich gehe davon aus, dass viele Eltern die Regeln gar nicht kennen und die Kinder ohne Test kommen“, vermutet er. Freitag bemängelt, die Landesregierung habe die Situation für die Herbstferien nicht gut kommuniziert. „Das werden für die Kinder harte Ferien“, ist er sich sicher.

Die müssen sich dann nämlich für die Freizeitangebote in den Schnelltestzentren testen lassen. Deshalb erwartet der Apotheker Volker Brüning von der Altstadt Apotheke in Selm einen höheren Bedarf an Schnelltests. „In den Ferien wird es schon einen Zulauf durch die Schüler geben, außerdem schließen einige andere Zentren“, glaubt Brüning, der auch Sprecher der Apotheken im Nordkreis ist.

Sein Kollege Francis Tsafack von der Bären-Apotheke in Selm erwartet den höheren Bedarf insgesamt eher nicht. „Die Tendenz ist, dass die Leute sich impfen, statt sich testen zu lassen.“ Das gelte auch für ältere Jugendliche. Nur die kleineren Schüler erwartet er in den Herbstferien öfter.

Schulleiter glaubt nicht an Probleme

In Schleswig-Holstein gibt es im Übrigen ein anderes Modell als in NRW. Dort erhalten die Schüler vor den Ferien in den Schulen Testkits, mit denen sie sich zu Hause weiter selbst testen können. Das soll vor dem Fall schützen, dass nach den Ferien viele Schüler in Quarantäne müssen.

Angst vor diesem Fall hat Thomas Schneider, kommissarischer Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Selm, aber nicht. „In viele Bereichen des öffentlichen Lebens gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet, Anm. d. Red.). Vor dem Hintergrund gehe ich davon aus, dass auch im privaten Bereich Testungen erfolgen, um Zugang zum gesellschaftlichen Leben zu erhalten“, sagt er.

Parallel mit dem Beginn der Herbstferien am 11. Oktober werden die Schnelltests für ungeimpfte Personen ab 18 Jahren im Übrigen kostenpflichtig. Für Personen unter 18 Jahre bleiben die Schnelltests aber kostenlos.

Schnelltests in Selm

  • Bären-Apotheke am Selmer Zentrum, Kreisstraße 59-61.
  • Apotheke am Sandforter Weg, Sandforter Weg 9
  • Altstadt Apotheke Brüning, Ludgeristraße 100
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