Sebastian Althoff berichtet aus dem Friedensdorf in Israel

SELM/ISRAEL Sebastian Althoff absolviert seit dem 1. September ein Freiwilliges Soziales Jahr in Israel. In dem Friedensdorf "Neve Shalom" (Oase des Friedens) arbeitet der 19-Jährige als Hausmeister in einer Schule. Er schildert seine Erlebnisse zwischen Demos mit Gasgeschossen und Kaffee unter Palmen.

01.10.2008, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Bel'in demonstrierte ich auf Seiten der Palästinenser gegen die Mauer. Seit 2003 bauen die Israelis den Zaun gegen internationales Recht und trennten damit die Bewohner des palästinensischen Dorfes von ihren Feldern. Schon seit 3 ½ Jahren gehen die Dorfbewohner , Internationale und Israelis jeden Freitag zur Mauer und werden jedesmal mit Tränengasgeschossen und ähnlichem beschossen. Die Internationalen bedeuten neben Unterstützung für die Sache vor allem Schutz. Denn wenn nicht nur die Palästinenser anwesend sind, verhalten sich die israelischen Soldaten gemäßigter.Kinder bei Demonstration erschossen

In Bel'in demonstrierte ich auf Seiten der Palästinenser gegen die Mauer. Seit 2003 bauen die Israelis den Zaun gegen internationales Recht und trennten damit die Bewohner des palästinensischen Dorfes von ihren Feldern. Schon seit 3 ½ Jahren gehen die Dorfbewohner , Internationale und Israelis jeden Freitag zur Mauer und werden jedesmal mit Tränengasgeschossen und ähnlichem beschossen. Die Internationalen bedeuten neben Unterstützung für die Sache vor allem Schutz. Denn wenn nicht nur die Palästinenser anwesend sind, verhalten sich die israelischen Soldaten gemäßigter.Kinder bei Demonstration erschossen

Wie sie reagieren, wenn die Internationalen nicht anwesend sind, zeigte sich vor ein paar Wochen in einem Nachbardorf von Bel'in. Dort war die Demonstration eigentlich schon vorbei. Nur Kinder haben noch Steine geschmissen. Die Soldaten haben eines von ihnen mit einem Gummigeschoss getötet, ein anderes Kind mit scharfer Munition.

Dass es auch anders geht, zeigt mein zu Hause für das kommende Jahr: in Wahat al-Salam/ Neve Shalom leben Palästinenser und Israelis friedlich zusammen. Gerade die Chance hier beide Kulturen zu erleben, hat mich angezogen und ich wurde nicht enttäuscht.

Beim Fastenbrechen willkommen Ich bin beim gemeinsamen Fastenbrechen im Ramadan, Ifta genannt, willkommen. Oder besuche ein Ut-Konzert, eine Art-Gitarre, auf der improvisiert wird und wozu arabische Lieder gesungen wurden.

Das ganze Dorf war neben anderen zu einer arabischen Hochzeit eingeladen. Bei geschätzten 500 Gästen wurde die Feier immer noch als "nicht so groß" bezeichnet. Um den Bräutigam haben die Männer im Kreis getanzt, um die Braut die Frauen. Da der Tanz größten Teils aus Klatschen bestand, war es selbst für mich nicht zu schwer.

Tagsüber helfe ich bei allem was so ansteht: Dächer reparieren, Stühle rumtragen, fegen, usw. Das kann bei wolkenlosem Sonnenschein manchmal recht anstrengend sein. Der letzte Regen ist im Februar gefallen.

Aber zum Glück ist hier ja alles entspannter: "Schaked, Schaked", sagt mein Chef (ruhig, ruhig) und wir entspannen ein wenig bei heißem Tee oder arabischem Kaffee im Schatten der Palmen."

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