Selm bekommt vorerst keine zweite Großunterkunft

Bezirksregierung sieht keinen Bedarf

Die zweite für Selm geplante Großunterkunft für Flüchtlinge wird vorerst nicht eingerichtet. Das hat Bürgermeister Mario Löhr am Dienstagabend auf einer Bürgerversammlung bekannt gegeben. Demnach sieht die Bezirksregierung keinen Bedarf, da die Flüchtlingszahlen gesunken seien.

Selm

, 15.12.2015, 21:17 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bei der geplanten Einrichtung hätte es sich nicht um eine zweite Notunterkunft, wie der Zeltstadt in Bork, gehandelt, sondern um eine sogenannte Zentrale Unterbringungseinheit (ZUE). Die ZUE dient laut Informationen der Bezirksregierung Arnsberg der vorübergehenden Unterbringung, nachdem die Flüchtlinge in einer Erstaufnahmeeinrichtung registriert und ärztlich untersucht wurden. In Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell über 25 solcher Einrichtungen mit rund 10.000 Plätzen.

Gesunkene Flüchtlingszahlen - kein Bedarf

In Selm war bereits ein Platz gefunden, auf dem die Unterkunft hätte entstehen sollen: auf dem Gelände der ehemaligen Großraumdisko „Easy Danceclub“. Nach den Plänen hätten die Stadtwerke als Tochterunternehmen der Stadt das Gelände gekauft. „Wir hatten bereits eine Einigung mit den Eigentümern erzielt“, machte Löhr gestern deutlich.

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Die Bezirksregierung in Arnsberg, bei der Löhr und die Beigeordnete Sylvia Engemann die Pläne zuletzt vorgestellt hatten, sieht im Moment allerdings keinen Bedarf für eine zweite Großunterkunft mit geplanten 1.000 Plätzen in Selm. Grund dafür sei, so Löhr gestern, dass die Flüchtlingszahl zuletzt deutlich gesunken sei.

Wenn sich daran nichts ändert, rechnet die Verwaltung spätestens ab 2017 mit deutlich mehr fest zugewiesenen (kommunalen) Flüchtlingen und dadurch auch mit deutlich steigenden Kosten.

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