Selm hat seinen einstigen Spitzenplatz bei der Grundsteuer B längst abgegeben

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Selm lag 2012 bundesweit auf Rang zwei. Nur Berlin hat eine noch höhere Grundsteuer erhoben. „Der Schritt war richtig“, sagt Bürgermeister Löhr heute. Inzwischen haben viele Selm überholt.

Selm

, 04.01.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bergneustadt ist seit 2016 bundesweiter Spitzenreiter. Ursprünglich hatte die dortige Verwaltung einen Grundsteuerhebesatz von 1255 Punkten durchsetzen wollen. Daraus wurden dann 959 Punkte - und ein bundesweiter Spitzenplatz, den die Stadt aus dem Bergischen Land bis heute inne hat. Selm war 2012 fast ganz nach oben geschnellt, nachdem der Rat beschlossen hatte, den bisherigen Hebesatz von 445 Punkten fast zu verdoppeln auf 825 Punkte: der Wert, der auch heute noch gültig ist und der es auch laut Finanzplanung bis 2023 bleiben wird.

Bürgermeister Mario Löhr kann sich noch an den Aufschrei 2012 erinnern. Der war laut und heftig. „Wenn es auch schmerzhaft war: Die Entscheidung war genau richtig“, sagt der Bürgermeister heute. Kämmerin Sylvia Engemann gibt ihm Recht. „Es ist ja nicht so, dass wir 2012 erst angefangen hätten mit dem Sparen.“ Die Möglichkeiten seien damals bereits weitgehend ausgeschöpft gewesen. „Wir wollten nicht das Freibad schließen, das Hallenbad, die Musikschule, die Stadtbibliothek oder die VHS“, sagt Löhr: alles Schritte, „die nicht gut gewesen wären für unsere Stadt“.

Handlungsfähigkeit zurückerlangt

Der Steueranstieg war es auch nicht, aber er habe geholfen, Handlungsfähigkeit zurückzuerlangen. Durch die deutliche Einnahmeverbesserung habe die Stadt für weniger Schulden machen müssen und rund 1,5 Millionen Euro Zinsen einsparen können, sagt Löhr. Gleichzeitig habe die Stadtverwaltung „massiv Personal abgebaut“. Er spricht von rund 20 Mitarbeitern. „Das ging nur, indem wir uns aus manchen Bereichen komplett zurückgezogen haben“: etwa bei der Reinigung der städtischen Immobilien.

Inzwischen haben drei Städte des Kreises Unna Selm überholt bei den Grundsteuern, darunter inzwischen auch die Kreisstadt Unna, die anders als Selm gar keine Stärkungspaktkommune ist: also gar nicht den Zwang hatte, Steuern anzuheben.

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