Selm muss 50 Flüchtlinge weniger aufnehmen

Zuweisungen ab März

Eigentlich sollten Mitte Januar rund 335 Flüchtlinge nach Selm kommen. Doch daraus wird nun nichts. Zahlen und Zeitpunkt der Zuweisungen haben sich gravierend verändert. Wann kommen wo Flüchtlinge an und wie werden sie untergebracht? Ein Überblick.

SELM

, 11.01.2017, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die ehemalige Diskothek an der Industriestraße ist mittlerweile abgerissen. Im März sollen hier dann knapp 300 Flüchtlinge in Containern wohnen.

Die ehemalige Diskothek an der Industriestraße ist mittlerweile abgerissen. Im März sollen hier dann knapp 300 Flüchtlinge in Containern wohnen.

Die Stadt Selm muss rund 50 Flüchtlinge weniger aufnehmen als ursprünglich geplant. Das habe die Bezirksregierung Arnsberg der Stadt mitgeteilt, erklärte Selms Stadtsprecher Malte Woesmann am Dienstag.

Warum Selm nach der Schließung der Notunterkunft am LAFP Bork statt, wie geplant, rund 335 nur insgesamt 275 neue Flüchtlinge fest zugewiesen bekommt, konnte Woesmann mit Verweis auf die Bezirksregierung Arnsberg nicht sagen. Die Pressestelle der Bezirksregierung Arnsberg konnte am Dienstag eine Begründung auf Nachfrage der Redaktion nicht liefern.

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Für die Stadt Selm bedeute die geringere Menge an zugewiesenen Flüchtlingen, „dass wir mit der neuen Flüchtlingsunterkunft an der Industriestraße, die für die Aufnahme von 200 Menschen ausgelegt ist, quasi eine Punktlandung hingelegt haben“, wie Malte Woesmann sagt. „Für die übrigen Flüchtlinge haben wir anderweitig Raumkapazitäten.“

"Keine Flüchtlinge im Februar"

Die Stadt hatte unter der Prämisse der ursprünglich angekündigten 335 Flüchtlinge erklärt, auch die beiden Übergangsheime in Cappenberg und Bork für die Unterbringung nutzen zu wollen. Hatte die Bezirksregierung der Stadt Selm im Dezember bereits 60 Flüchtlinge zugewiesen, sollten laut Woesmann ab Anfang Februar pro Woche 20 weitere Asylbewerber kommen.

„Aber im Februar werden keine Flüchtlinge kommen“, zitiert der Stadtsprecher die Bezirksregierung. Erst ab Anfang März soll wieder zugewiesen werden. Hintergrund: „Es kommen insgesamt weniger Flüchtlinge nach Deutschland, sodass im Moment kein Bedarf an Zuweisungen vorhanden ist“, so Malte Woesmann.

Keine Auswirkung auf Planungen

Auswirkungen habe das auf die Planungen der Stadt nicht: „Die ersten Container für die Unterkunft an der Industriestraße sollten nach dem Bauzeitenplan Anfang Februar geliefert werden. Aktueller Sachstand ist, dass die ersten Container Ende der nächsten oder Anfang der übernächsten Woche aufgestellt werden.“

Derzeit werden laut Malte Woesmann nach dem Abriss der ehemaligen Diskothek die Gräben für die Versorgungsleitungen (Wasser/Strom) auf dem Gelände gegraben. Die Trafohäuschen für die eigene Stromversorgung der Unterkunft sollen laut Woesmann übernächste Woche aufgestellt werden.

Bis zur Schließung der Notunterkunft für Flüchtlinge in Bork hatte die Stadt Selm bereits 140 Flüchtlinge fest aufgenommen. So lange es die sogenannte Zeltstadt gab, war Selm von der Zuweisung weiterer dauerhaft aufzunehmender Asylbewerber befreit gewesen.

 

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