Eine Arzthelferin zieht in einer Praxis einer Hausärztin eine Spritze für eine Drittimpfung gegen das Corona-Virus auf. Auch in Selm wurde damit begonnen. © Wolfgang Kumm/dpa
Corona in Selm

Selmer Ärzte rufen zu Drittimpfungen auf – haben aber auch Sorgen

Die Drittimpfungen haben in Selm begonnen: Seit Anfang September können vor allem Senioren ihre Impfung auffrischen lassen, aber auch Jüngere. Manch einer ist davon aber noch weit entfernt.

Wer Anfang des Jahres gegen das Coronavirus geimpft wurde, kann nun eine Auffrischungsimpfung bekommen. Wichtig ist diese, um den Schutz gegen das Virus aufrechtzuerhalten. „Die Ständige Impfkommission empfiehlt diese vor allem für ältere und kränkere Menschen“, erläutert Dr. Michael Stockmann aus Selm.

Dritte Impfung nach sechs Monaten

„Zwischen der zweiten und dritten Impfung sollen mindestens sechs Monate liegen“, erklärt Dr. Stockmann. Daher sind zunächst die dran, die früh geimpft wurden.“ Dazu gehören besonders alte Menschen, aber auch Vorerkrankte und Menschen in besonderen Berufen wie Altenpfleger.

In Dr. Stockmanns Praxis können sich alle melden, die vor einem halben Jahr geimpft wurden. „Wir machen dann einen festen Termin aus“, sagt der Selmer Arzt. Diese werden gebündelt, da eine Ampulle sechs Impfungen ergibt. „Wir wollen daher immer sechs Leute auf einmal impfen, um keine Dosis wegwerfen zu müssen.“ Die Termine werden aber zeitnah erfolgen.

Ob alle Menschen eine Auffrischung brauchen werden, sei noch umstritten, sagt Dr. Stockmann. „Dr. Drosten sagt beispielsweise, dass junge Leute die möglicherweise nicht benötigen“, so Dr. Stockmann. Eine endgültige Einschätzung dazu müsse man noch abwarten.

Impfstoff ist genügend vorrätig

Befürchtungen, dass nicht genug Impfdosen da sein könnten wie noch vor einigen Monaten, kann Dr. Stockmann zerstreuen. „Wir haben genügend Impfstoff da“, beruhigt er. Sorgen bereitet ihm eher ein anderer Umstand. „Noch wichtiger als die Auffrischungsimpfungen sind die Erstimpfungen“, betont er. Es gebe immer noch zu viele Menschen, die sich noch gar nicht haben impfen lassen. „Ende September machen die Impfzentren zu, weil keine Leute mehr kommen.“ Jugendliche über 12 Jahren sollten sich ebenfalls impfen lassen.

Das Problem sei, die Leute zu mobilisieren, sagt Dr. Stockmann. „Nicht für die Drittimpfung. Die Menschen, die ihre dritte Dosis bekommen können, haben die Bedeutung der Impfungen verstanden.“ Nicht alle Ungeimpften seien Impfgegner. Einigen scheine es aber egal zu sein.

Seniorenheime impfen auch

Auch in den Seniorenheimen werden die Bewohner mit der dritten Dosis geimpft. „Bei uns werden die ersten Bewohner am 8. September geimpft“, berichtet Ingo Klüver, Einrichtungsleiter des St.-Vitus-Stifts in Olfen. Die Bewohner hatten ihre Zweitimpfung im Februar erhalten. Ein zweiter Termin für die Drittimpfung folgt dann am 15. September. „Die Mitarbeiter werden ebenfalls geimpft“, so Klüver. Auch andere Heime beginnen bald mit den Impfungen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Seit über zehn Jahren als freier Journalist tätig und seit einigen Jahren auch für die Ruhr Nachrichten. Ich schreibe gerne über Menschen und ihre Geschichten.
Zur Autorenseite
Tobias Weskamp