Selmer Dart-Spieler punktet weltweit – im Internet

Im eigenen Hobbykeller

Mit einem Billig-Dartbrett im heimischen Keller fing es an. Rainer Glatzel (47) aus Selm entstaubte die Platte – wollte aber nicht alleine im Keller spielen. So suchte und fand er eine Möglichkeit, sich von zu Hause aus mit Dartspielern aus der ganzen Welt zu messen: Sie heißt WinDart.

SELM

von Von Canan Kizilgöz

, 27.06.2015, 06:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rainer Glatzel (47), Elektrotechniker, spielt WinDart. Er hat ein „Touchpad“ in seiner Wand, wo er ein Dartspiel einstellen kann. Gleichzeitig spricht er über Kopfhörer und Mikrofon mit seinem Gegner.

Rainer Glatzel (47), Elektrotechniker, spielt WinDart. Er hat ein „Touchpad“ in seiner Wand, wo er ein Dartspiel einstellen kann. Gleichzeitig spricht er über Kopfhörer und Mikrofon mit seinem Gegner.

Die Faszination bei dieser Form des E-Dart sei, dass man von zu Hause aus mit Sportlern aus der ganzen Welt spielen könne. "Ich wüsste nicht, dass es ein vergleichbares System gibt", sagt der Selmer.

"Anfangs hatte ich eine billige Dartscheibe im Keller hängen", erklärt Rainer Glatzel. Viele Möglichkeiten, in Selm Dart zu spielen, gebe es nicht – und so stieß er auf die Internetseite WinDart' type='' href='http://www.windart.de/. Die fand Anklang und er tauschte sich im Forum gleich über den Sport aus. Inzwischen spielt der Elektrotechniker seit vier Jahren.

Kostenlose Mitgliedschaft

Die Seite entwickelte sein guter Freund Tom Baldamus, Diplomingenieur, vor ungefähr sechs Jahren. Interessierte senden einfach eine Anfrage über das Kontaktformular auf der Seite oder schreiben in das Forum. Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Gespielt wird in verschiedenen Klassen, mit diversen Einstellungsmöglichkeiten mit bis zu acht Spielern aus der ganzen Welt. "Wir haben rund 170 Mitglieder", so Glatzel. Tendenz steigend.

Die meisten Spieler befinden sich in Deutschland. "Inzwischen haben wir aber auch einen Spieler aus der Dominikanischen Republik, zwei aus Italien und einige in Österreich", erzählt er glücklich.

Per Internet wird kommuniziert

"Sobald man sich ein besseres Equipment angeschafft hat, ist es schön, mit dem Gegner über Teamspeak zu sprechen." Dabei sprechen Spieler über eine Internetverbindung mit Kopfhörer und Mikrofon miteinander. Zur Grundausrüstung gehört eine Dartscheibe, die per USB-Kabel mit einem Rechner verbunden ist. Auf seinem Fernseher kann Glatzel den Spielzug des Gegners verfolgen, weil der Gegner seine Dartscheibe mit einer Kamera auf Glatzels Fernseher überträgt.

Der Elektroingenieur hat persönliche Einstellungen vorgenommen: Lichteffekte bei verschiedenen Spielständen zum Beispiel. "Man kann auch Sounddateien runterladen, einstellen und hinterlegen", erzählt Glatzel. So leuchtet seine professionell ausgestattete Dartscheibe nach einem Wurf hinter der leuchtenden Linie am Boden aus 2,44 Meter – grün, gelb, rot und blau.

"Den Wurf durchziehen"

Beim Spielen selbst, sagt er, sei der Dartpfeil nicht das Wichtigste: Die Qualität des Pfeils spiele keine Rolle. Der Pfeil, mit dem man punktet, sei der richtige. "Man muss den Oberkörper ruhig halten und den Wurf von der Abwurflinie durchziehen", erklärt er weiter.

Glatzel sagt, dass der Sport, besonders aufgrund von Übertragungen auf Sport1 und Sport1+ zur Zeit immer mehr Anhänger finde. "Dart boomt auf den Sportkanälen. Durch Übertragungen im Fernsehen fand ich die Spiele der Profis interessant", erzählt Glatzel.

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