Rote Autos auf dem Campusplatz: Selmer Feuerwehr macht sich mit Tiefgarage vertraut

rnCampus-Neubau

Mehrere Feuerwehrfahrzeuge standen am Donnerstag auf dem Campus-Gelände: Nicht wegen eines Einsatzes, sondern zur Objekt-Kunde. Denn kommt es zum Brand, ist für Retter Ortskenntnis wichtig.

Selm

, 13.03.2020, 20:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Der Campus-Neubau ist schon ein großes Objekt“, sagt Selms Feuerwehrchef Thomas Isermann. „Und auch eine Tiefgarage ist in Selm nicht alltäglich. Da braucht man im Ernstfall schon die richtige Taktik.“

Wie die aussehen könnte, lässt sich am besten in ruhigen Momenten vor Ort erkunden. „Zwar gibt es Laufpläne für die Feuerwehr, aber es macht immer Sinn zu sehen, wie weitläufig ein Objekt dann wirklich ist“, erklärt Isermann, warum es am Donnerstagabend zu einem Treffen der Führungskräfte vor Ort kam.

Gerade bei einem Neubau wie dem Campus ist die Objekterkundung wichtig, denn dass im Ernstfall auf die Kenntnisse Ortskundiger zurückgriffen werden kann, bestenfalls von einem Feuerwehrmann, ist eher unwahrscheinlich.

Eine Tiefgarage hat so ihre Tücken

990 Quadratmeter misst die eingeschossige Tiefgarage unter den neuen Gebäuden - und von jedem einzelnen gibt es über den Keller einen direkten Zugang, erklärt Heinrich Moch, Prokurist der Wohnungsbaugesellschaft WBG Lünen, die Bauherrin der Anlage ist.

Sowohl über Treppen als auch über Fahrstühle können die Hausbewohner in die Tiefgarage kommen - und solche Informationen sind für die Feuerwehr enorm wichtig.

Jetzt lesen

„Wenn es in einer Tiefgarage brennt, wird es immer eine schlechte Sicht geben“, nimmt Isermann Bezug auf den Qualm, der sich schnell verbreiten und nur langsam abziehen wird. „Dann stehen da eng parkende Fahrzeuge, man weiß nicht, ob sich noch Personen dort unten aufhalten“, zählt Isermann auf, welchen Stressfaktoren die Feuerwehrleute im Ernstfall ausgesetzt sein werden. Dann die Zu- und Abgänge zu kennen, hilft - und dieses Wissen ist auch wichtig, wenn ein Rückzug für die eigenen Sicherheit notwendig werden sollte.

Steigleitungen in Betrieb genommen

Auch wenn jede Situation und Lage, die eine Feuerwehr beim Einsatz vorfindet, unterschiedlich ist, können sich die Einsatzkräfte bei einer Begehung gedanklich mit allen Möglichkeiten befassen. Theoretisch kann es durch ein defektes Fahrzeug an jeder Stelle brennen - und aufgrund der Enge können die Flammen dann auch schnell übergreifen.

In der verwinkelten Tiefgarage, durch die auch die Fahrspur mit einem Knick führt, damit mehr Fahrzeuge Platz finden, befassten sich die Feuerwehrleute daher intensiv mit den Rauchabzugsöffnungen. „Die sind ein besonders wichtiger Punkt“, erklärt Isermann, denn die können zu kritischen Situationen führen. Weil an diesen Stellen automatisch eine Belüftung gegeben ist, kann das unter Umständen eine Ausbreitung des Feuers begünstigen. Sind der Feuerwehr aber die in der Tiefgarage vorhandenen Luftströmungen bekannt, kann sie in bei der Einsatztaktik darauf reagieren und entsprechende Gegenmaßnahmen steuern.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt