Selmer Feuerwehrmann als Brandstifter verurteilt

Überführung durch Peilsender

Eine Brandstiftung hat er gestanden, eine weitere sah das Gericht als bewiesen an: Der Feuerwehrmann aus Selm, der mindestens zwei Feuer gelegt hat, ist am Mittwoch zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Dabei wurde ihm auch sein auffälliges Verhalten an einem der Tattage - als er mit einem Peilsender überwacht wurde - zum Verhängnis.

SELM/DORTMUND

02.08.2017, 15:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der 27-Jährige (r.) mit seinem Verteidiger beim Prozessauftakt.

Der 27-Jährige (r.) mit seinem Verteidiger beim Prozessauftakt.

Der Brandstifter aus den Kreisen der freiwilligen Feuerwehr Selm ist am Mittwoch zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Eine Bewährungsstrafe kam aus Sicht der Richter nicht in Betracht. „Die Aufgabe eines Feuerwehrmannes ist es, Feuer zu löschen und nicht, Brände zu legen“, sagte Richter Dirk Kienitz.

Die 32. Strafkammer ist davon überzeugt, dass der 28-jährige Angeklagte im Januar mindestens zweimal zum Brandstifter wurde. Dass er eine Gartenlaube an der Seilandstraße angezündet hat, hatte der Selmer selbst zugegeben. Die Richter gehen aber auch davon aus, dass er am 17. Januar an der Südkirchener Straße Holzkohlebriketts an einem Wohnhaus entzündete. Das Bewegungsprofil eines Peilsenders, den die Polizei am Fahrrad des jungen Mannes angebracht hatte, sei eindeutig.

Polizei überwachte den Verdächtigen mit Peilsender

Nachdem bereits im Jahr 2016 erste Hinweise auf den Feuerwehrmann eingegangen waren, hatte sich die Polizei einen richterlichen Beschluss besorgt. Danach war es den Ermittlern erlaubt, die Eingangstür zum Wohnhaus des Feuerwehrmannes mit einer Kamera zu überwachen. Außerdem wurden die Telefongespräche mitgeschnitten und am Fahrrad des 28-Jährigen wurde eine GPS-Wanze versteckt.

Deren Aufzeichnungen belegen: In der Nacht auf den 17. Januar pendelte der Feuerwehrmann dreimal zwischen dem Brandort und dem Gerätehaus der freiwilligen Feuerwehr hin und her. „Wir gehen davon aus, dass er nach der Brandstiftung erwartete, dass gleich Alarm ausgelöst werden würde. Als dies nicht geschah, kehrte er zum Tatort zurück und schaute nach, was los war.“

Tatsächlich hatte eine Bewohnerin den Brand auf ihrer Fensterbank selbst gelöscht und nicht die Feuerwehr angerufen.

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