Selmer Gymnasiasten setzen ein deutliches Zeichen gegen Rassismus

rnGymnasium Selm

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd ließ auch die Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums Selm nicht unberührt. Sie setzten ein deutliches Zeichen gegen Rassismus

Selm

, 28.06.2020, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Tod Floyds führte dazu, dass Menschen weltweit ihre Stimme erhoben und protestierend durch die Straßen zogen. Rassismus und Diskriminierungen sind auch in Deutschland keine Seltenheit. Durch die Protestbewegungen von #blacklivesmatter inspiriert, entstand am Städtischen Gymnasium Selm eine anfänglich kleine Idee, wie Lehrer Henning Timpe erzählt.

Trotz der derzeitigen Corona-Situation sei das Bedürfnis gereift, das Thema „Rassismus“ auch in der Schule aufzugreifen, woraufhin zwei Schülerinnen der Jahrgangsstufe EF an den zurzeit genutzten Haupteingängen des Gymnasiums zwei große Plakate anbrachten. Schon von Weitem ist die Botschaft klar, denn die Überschriften sprechen für sich.

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Gymnasiasten gegen Rassismus

Mit einem riesigen Plakat haben Selmer Gymnasiasten ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Sie haben engagiert dafür gearbeitet und auch ihre Handabdrücke hinterlassen.
30.06.2020
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Die beteiligten Schüler setzten mit ihren Handabdrücken persönliche Zeichen gegen Rassismus.© Henning Timpe
Handabdrücke und Textaussagen setzen am Städtischen Gymnasium Selm ein deutliches Zeichen gegen Rassismus.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe
Die Aktion der Selmer Gymnasiasten setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Sie haben engagiert dafür gearbeitet.© Henning Timpe

„It´s a privilege to educate yourself about racism instead of experiencing it!“ und „Injustice anywhere is a threat to justice everywhere“, steht dort in Großbuchstaben geschrieben.

Das bedeutet übersetzt so viel wie „Es ist ein Privileg, sich über Rassismus zu informieren, anstatt ihn zu erleben“ und „Ungerechtigkeit im kleinsten Rahmen ist eine Gefahr für Gerechtigkeit überall“.

Bereit, auch mal unangenehme Diskussionen zu führen

Darunter sind Buch- und Filmtipps sowie Links für Petitionen zu finden, denn: „Wir können alle etwas zum Kampf gegen Rassismus beitragen, angefangen damit, dass wir uns selbst hinterfragen, unangenehme Diskussionen mit unserem engsten Kreis führen und mangelndes Wissen aufarbeiten“, sagen die Schülerinnen Maike Dupont und Sarina Hohmann.

Die Grundlage für eine größere Aktion war somit gelegt. Zusammen mit Lehrer und Ideengeber Henning Timpe und in Absprache mit der Schulleitung entstand ein Projekt, welches das Schulsiegel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ greifbar machen und mit Leben füllen sollte.

„Unter der Woche wurde fleißig an der Gestaltung großer Spanplatten gearbeitet, welche ihren Platz im Eingangsbereich des Forums finden werden“, berichtet Lehrer Timpe. Mittig darauf prangt eine in verschiedenen Hauttönen gestaltete Faust - als Symbol gleichsam für das Aufstehen gegen Rassismus und Diskriminierung sowie für den Kampf für Gerechtigkeit.

Handabdruck und Unterschrift

Ringsherum besiegelten die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitung ihr Versprechen in Form von farbigen Handabdrücken und einer Unterschrift: „Ich werde mich dafür einsetzten, dass Rassismus und Diskriminierung an meiner Schule keinen Platz haben. Ich verspreche in die Herzen und Köpfe meiner Mitmenschen zu schauen und diese nicht aufgrund ihrer Hautfarbe, Sexualität, Einschränkung oder Religion vorzuverurteilen. Hier gibt es kein ,Besser‘ oder ,Schlechter‘, sondern nur Unterschiede, welche jeden Menschen individuell und einzigartig machen. „

Somit sei ein eindeutiges Statement gesetzt und klar, dass Diskriminierungen jeglicher Art am Städtischen Gymnasium in Selm nicht geduldet werden, bekräftigt Henning Timpe.

Um ein solches Projekt noch kurz vor den Sommerferien auf die Beine zu stellen, standen die Beteiligten in ständigem Austausch miteinander. Zum Organisationsteam gehörten neben Sarina Hohmann, Maike Dupont und Henning Timpe auch noch die Fachschaftsvertreter Florian Mersch (Sozialwissenschaft), Franziska Mätzold (Kunst) sowie weitere Unterstützer der Jahrgangsstufe EF.

Schulleiter Ulrich Walter lobt vor allem den Einsatz und die Bereitschaft, denn es sei wichtig, „sich gerade mit einem so grundlegenden Thema auseinanderzusetzen“. Nicht nur in Zeiten wie diesen sei ein klarer Standpunkt wichtig.

„Als junge Generation machen wir es zu unserer Aufgabe, gegen Vorurteile anzukämpfen, denn die Zeit ist längst gekommen, aufzustehen und Dinge zu verändern“, erklären die Zehntklässlerinnen Maike Dupont und Sarina Hohmann zuversichtlich. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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