Selmer Heimatverein bekommt neue Heimat

Heimatverein zieht um

Der Bagger rückt näher. Die Bäume und Büsche rund um das Heimathaus an der Selmer Kreisstraße sind bereits der Schaufel zum Opfer gefallen. Das Heimathaus selber soll ebenfalls abgerissen werden. Ein Umzug ist die Folge.

Selm

, 12.02.2018, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Noch endet der Bauzaun kurz vor dem Heimathaus. Doch bald schon soll auch das Gebäude an der Kreisstraße 4 abgerissen werden.

Noch endet der Bauzaun kurz vor dem Heimathaus. Doch bald schon soll auch das Gebäude an der Kreisstraße 4 abgerissen werden. © Foto Malte Bock

Eines steht fest: „Der Bürgermeister hat uns versprochen, dass erst abgerissen wird, wenn wir raus sind“, erklärt Agnes Rothe, die Vorsitzende des Heimatvereins, am Montag auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. Der Bungalow an der Kreisstraße 4, die ehemalige Gaststätte Hentrup, ist seit 2003 das Zuhause des Heimatvereins. Für ihre Zwecke hatten die Vereinsmitglieder das Haus in Eigenregie umgebaut, den Vorplatz gepflastert und sich somit ein eigenes Domizil geschaffen. „Dass das Gebäude im Zuge der Bebauung des Stadiongeländes abgerissen wird, war uns allen aber lange bekannt“, sagt Agnes Rothe.

Nur über das „Wann“ habe es in den letzten Wochen vermehrt Gerüchte gegeben. Bürgermeister Mario Löhr hatte den Vereinsmitgliedern am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins im Bürgerhaus nun persönlich vermittelt, wie es weitergeht. Der Heimatverein wird nach dem Umbau der Burg Botzlar Räume in dem historischen Gebäude erhalten. Die Fertigstellung der Burg wird im Jahr 2020 erwartet, wie Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage bestätigt.

Bis dahin wird der Heimatverein ein Ladenlokal an der Kreisstraße 72 nutzen können. Dort war lange Zeit die Modeinsel Sperl zu finden, die vor einiger Zeit ebenfalls umgezogen ist. Die Räumlichkeiten seien so groß, dass der Heimatverein viele Dinge seines Besitzes mitnehmen könne, erzählt Agnes Rothe von einer Besichtigung.

Räume herrichten

Auch Dinge, die bisher in der Garage des Heimathauses gelagert sind, könnten untergebracht werden. Die Kosten für das Ladenlokal werde der Heimatverein selber tragen, hier ändere sich gegenüber dem Heimathaus nichts. Auch hier sei man Mieter gewesen.

Die Räume des Ladenlokals wollen die Heimatfreunde nun zweckmäßig für ihre Veranstaltungen herrichten. Auch die Küche solle transportiert werden.

Die Stadt habe für den Umzug größerer Gegenstände Hilfe zugesagt, wie Agnes Rothe erklärt und auch Malte Woesmann bestätigt. Im Bezug auf den Zeitpunkt des Umzuges bestehe kein unmittelbarer Druck. „Erst muss das Ladenlokal komplett fertig sein“, so Rothe. Wann genau der Umzug sein und sich der Abriss des Heimathauses anschließen werde, hängt von diesem Faktor ab. Wie es dann später in der Burg Botzlar weitergehen soll, kann sich Agnes Rothe auch bereits vorstellen. „Wir können im Obergeschoss der Burg Räume für unser Archiv und die Vorstandsarbeit nutzen“, so Rothe. Aber auch die geselligen Treffen des Heimatvereins seien in der dann umgebauten Burg möglich. Bisher treffen sich die Heimatfreunde regelmäßig, unter anderem zum Frauenfrühstück, zum Doppelkopf, zu Spielenachmittagen oder zum Männerfrühschoppen im Heimathaus. „Das alles soll auch so weitergehen“, sagt Agnes Rothe.

An der Kreisstraße 72, im ehemaligen Ladenlokal der Modeinsel, soll der Heimatverein übergangsweise unterkommen.

An der Kreisstraße 72, im ehemaligen Ladenlokal der Modeinsel, soll der Heimatverein übergangsweise unterkommen. © Foto Malte Bock

Absprache wird nötig

Auch während der Übergangszeit, im Ladenlokal an der Kreisstraße 72, werde es keine Einschränkungen für das Vereinsleben geben. Der spätere Unterschied: In der Burg Botzlar werden sich die Heimatfreunde mit anderen Nutzern absprechen müssen. „Dass wir in der Burg nicht mehr so frei sind und alleine über ein Haus verfügen können wie jetzt, ist vielleicht ein kleiner Nachteil, aber auch das wird klappen“, ist die Vereinsvorsitzende optimistisch.

Schön wäre es nach Ansicht der Vorsitzenden gewesen, wenn die Burg schon jetzt fertig gewesen sei.

Dann wäre ein Umzug erspart geblieben. „Wir freuen uns aber, dass es die Räumlichkeiten in der Burg dann überhaupt für uns geben wird“, so Rothe.

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