Selmer Hersteller: Lieferengpässe sind der Preis für das hohe Sicherheitsniveau

Medikamente

Die Liste nicht lieferbarer Medikamente werde länger und länger, klagen übereinstimmend Apotheker der Region. Jetzt hat sich ein Selmer Hersteller zu den Gründen geäußert.

Selm

, 01.10.2019, 14:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Selmer Hersteller: Lieferengpässe sind der Preis für das hohe Sicherheitsniveau

Immer mehr Medikamente können aktuell nicht geliefert werden. © picture alliance / dpa

„Ein Hauptgrund für mögliche Lieferschwierigkeiten ist die weltweite Konzentration der Wirkstoffproduktion“, erklärt in einer schriftlichen Stellungnahme Jörg Wolters. Er ist seit über 20 Jahren Vorstand des mittelständischen Familienunternehmens Ruhrpharm AG mit Sitz in Selm und Bielefeld.

Aus Sicht von Wolters, der sich auch im Bundesverband der pharmazeutischen Industrie engagiert, sind „Lieferengpässe auch politisch hausgemacht - vor allem durch Rabattverträge und den damit erzeugten Preisdruck. Solange Krankenkassen die Preise von Medikamenten bis in den Cent-Bereich pro Tagesbehandlung drücken können, wird die Versorgung der Patienten gefährdet.“

Deutschland befindet sich im Wettbewerb mit anderen Ländern

Wolters macht für die Engpässe auch die „hohen Sicherheitsstandards“ verantwortlich. Bei dem kleinsten Verdacht z.B. auf Verunreinigung wird aus Sicherheitsgründen die Produktion und Auslieferung angehalten. Lieferengpässe sind der Preis für das hohe Sicherheitsniveau.“

Bei Impfstoffen bestehe zudem das Problem der aufwendigen Produktion einerseits und des weltweit gestiegenen Bedarfs andererseits. „Deutschland befindet sich hier im Abnehmerwettbewerb mit anderen Ländern. Der Aufbau neuer Produktionsstätten kann gerade bei Impfstoffen bis zu zehn Jahren dauern“, erklärt Wolters weiter in seiner schriftlichen Stellungnahme.

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