Selmer Kirche St. Josef wird Samstag entweiht

Vorbereitung auf Abriss

Am 14. Dezember 1924 wurde die Kirche St. Josef in Selm eingeweiht. Mehr als 90 Jahre später wird sie nun wieder entweiht, damit sie bald abgerissen werden kann. Die Einrichtung wird jetzt nach und nach abgebaut, nur für den Turm soll es bald noch eine Verwendung geben.

SELM

, 20.09.2016, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Selmer Kirche St. Josef wird Samstag entweiht

Die Kirche St. Josef an der Kreisstraße. Das Gebäude wird bald abgerissen, der Turm bleibt erhalten.

Am Samstag, 24. September, erfolgt um 17 Uhr die Profanierung, die Entweihung. „Die gesamte Gemeinde St. Ludger ist zu diesem Gottesdienst eingeladen“, sagte Pfarrer Claus Themann am Dienstag in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Aus diesem Grund wird es auch keine Vorabendmesse in St. Ludger geben.

Für Gemeindemitglieder, die aus Trauer oder Enttäuschung nicht in die Kirche kommen möchten, bestehe auf dem Kirchplatz die Möglichkeit, eine Kerze zu entzünden oder ein Gebet zu sprechen. „Jeder kann auch etwas aufschreiben und hinterlassen“, so der Pfarrer.

Dechant kommt zum Profanierungsgottesdienst

Als Vertreter des Bistums wird der Dechant und ehemalige Generalvikar Norbert Kleyboldt zum Profanierungsgottesdienst kommen. In einem ersten Schritt wird es eine Profanierungsurkunde geben. Anschließend werde man zu Orten wie dem Taufbecken und Heiligenfiguren gehen und beten. 

Zum Schluss werden im Rahmen einer Prozession unter anderem die Osterkerze, verbliebene Hostien, die Altarreliquien und das Auferstehungskreuz aus der Kirche in die künftige „Werktagskapelle“ getragen. Zu einer solchen wird der frühere Büchereiraum im Jugendheim umfirmiert. Dort finden dann ab kommender Woche die Gottesdienste am Dienstag um 19 Uhr und am Donnerstag um 14 Uhr statt. Ab dem 1. Oktober werden die Gottesdienste am Samstagabend um 18.30 Uhr in der Evangelischen Kirche am Markt gefeiert.

Keine Heilige Messe mehr in St. Josef

„Profanierung heißt, dass es sich bei dem Kirchengebäude dann nur noch um einen weltlichen Raum handelt“, erklärte Claus Themann. Es dürfe danach keine Eucharistie, also keine Heilige Messe mit der Wandlung von Brot in den Leib Christi und Wein ins Blut Christi, mehr gefeiert werden. Sicher bleibe es aber möglich, zu einem Gebet in die Kirche zu gehen. Das Gotteshaus wird am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein. Dann kann jeder noch einmal Abschied nehmen.

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Ab Montag wird die Kirche dann nach und nach ausgeräumt. Wie Claus Themann erklärte, würden in der nächsten Woche schon die Kirchenbänke abgeholt. Sie finden in St. Lucia in Harsewinkel in Ostwestfalen eine neue Verwendung.

Orgel wird abgebaut

Abgebaut wird in der nächsten Woche auch die Orgel, die an einem anderen Ort im Bistum Münster wieder aufgebaut wird. Und am Donnerstag werden auch der Pfarrsaal und die Sakristei ausgeräumt. Wie Claus Themann erklärte, werden der Taufstein, das Ambo, der Altar und der Tabernakel erst einmal beim Bistum Münster zwischengelagert, bis es eine neue Verwendung gibt. 

Auch die Josefsfenster werden zwischengelagert, sollen aber in Selm eine neue Verwendung finden. Abgenommen wird auch die Josefsfigur an der Kirchenfassade. „Sie wird später an den Kirchturm, der stehen bleibt, in Blickrichtung Altenwohnhaus aufgehängt.“ Der Kirchturm soll zudem zur Kreisstraße hin zu einer Kletterwand werden.

Warten auf Genehmigung

Claus Themann kann noch nicht sagen, wann mit dem Abriss der Kirche und der Stabilisierung des Turms begonnen wird. „Wir warten auf die Genehmigungen“, so der Pfarrer. Weiterhin sei aber das Ziel, dass spätestens zu Weihnachten die Kirche und die anderen Gebäude wie der Pfarrsaal abgerissen sind.

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