Selmer missbrauchte 13-jähriges Mädchen

Mildes Urteil

Wegen sexuellen Missbrauchs und schweren sexuellen Missbrauchs war am Mittwoch ein 23-jähriger Selmer vor dem Amtsgericht Lünen angeklagt. Mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe kam er vergleichsweise milde davon. Von der Staatsanwaltschaft war ihm vorgeworfen worden die damals 13-jährige Nichte seiner Frau sexuell missbraucht zu haben.

SELM

von Von Heinrich Höckmann

, 26.01.2011, 15:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Immer wieder betonte er, wie Leid ihm alles täte, immer den Tränen nahe. Seine Frau offenbarte ihm damals, sich von ihm trennen zu wollen. So kam es, dass er im Haus seiner Schwägerin übernachtete. Die 13-Jährige spendete ihm Trost. Es kam zu Küssen, er streichelte ihre Brust und beide entkleideten sich. Immer einvernehmlich, wie er betont. Doch die beiden ließen voneinander ab, zu sehr fürchtete man ertappt zu werden. Am folgenden Tag kam es wieder zu einem Treffen der beiden, wieder tauschten sie Zärtlichkeiten aus. Doch dieses Mal eskaliert die Situation, es kommt zum Beischlaf. Danach habe er sich schlecht gefühlt, er habe gewusst, dass er das nicht hätte tun dürfen. Doch das wollte ihm die Richterin nicht abnehmen, schließlich gäbe es eine E-Mail, in der er von den schönen Stunden schwärmt und sie seiner Liebe versichert, sogar ein neuerliches Treffen vereinbart. Doch dazu kam es nicht, nachts wurde er von der Polizei verhaftet.

Richterin, Verteidiger und Staatsanwalt berieten, ob man der Zeugin eine Befragung ersparen könnte. Schließlich unterschieden sich die Aussagen der beiden nur unwesentlich, zudem sei der Zeuge geständig. So konnte dem Mädchen die peinliche Zeugenaussage erspart werden.   Zusätzlich zu der zweijährigen Bewährungsstrafe wurde eine Geldstrafe von 1500 Euro verhängt, zu zahlen an ein Kinderhospiz. In ihrer Urteilsbegründung hielt die Richterin dem Angeklagten zu Gute, dass sein Geständnis von Reue getragen gewesen sei.

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