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Selmer Politiker zu den Fusionsplänen der Sparkasse

Die angedachte Sparkassen-Fusion zwischen den Geldinstituten aus Lünen/Selm und Werne beschäftigt die Politik in Selm. Viele halten das Zusammenrücken für notwendig und sinnvoll – aber beim Blick zurück kommt auch Groll auf. Die FDP meint: „Der Vorstand der Sparkasse hat bei der Schließung in Cappenberg und Gahmen schon das Gesetz missachtet. Bei der Fusion sollte man jetzt auch an die Positionen in einem neuen Vorstand denken.“ Die Stimmen im Überblick.
13.04.2015
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„Wir sind Anhänger des Subsidiaritätsprinzips – eine Einheit sollte so klein sein wie möglich. Das sieht auch das Sparkassengesetz vor, nach dem die Sparkasse vor allem für die Geldversorgung und die Bürger da ist. Aber in Zeiten von Basel I bis III sind die Dokumentationskosten so hoch geworden, dass es so kleinteilig einfach nicht mehr geht. Da bietet sich der Zusammenschluss mit Werne geografisch an, das ist dann ein sinnvolles Dreistädteeck. Ein Zusammenschluss wird auf Dauer nicht zu umgehen sein. Ich hoffe, dass auch die größere Einheit noch so klein ist, dass sie beweglich und am Puls der Bevölkerung bleibt. Der Vorstand hat schon einmal deutlich das, was das Sparkassengesetz vorsieht, nämlich die Volksnähe, missachtet, wenn man an die Schließung der Standorte in Cappenberg und Gahmen denkt. Der Vorstand hat sich damals vom Gesetz entfernt, schlimmer kann es nicht kommen. Bei der Fusion sollte man bei den Positionen auch an den Vorstand denken: Denn es kann nicht Sinn der Sache sein, den Vorstand nominell zu verdoppeln und dann wegen der größeren Einheit sogar noch die Gehälter zu erhöhen. Damals hieß es, wenn man den Automatenstandort halten wolle, müsse man Ausbildungsplätze streichen. Man hätte aus unserer Sicht überlegen müssen: Wie viel Prozent vom Vorstandsgehalt muss man kürzen, um Cappenberg und Gahmen zu erhalten? Auch der Verwaltungsrat hat hier seine Möglichkeiten nicht wahrgenommen: Die kommunalen Vertreter hatten ja die Mehrheit dort, doch sie haben schön geschwiegen, um das Thema nicht in den Wahlkampf zu ziehen. Das fand ich nicht sehr volksnah.
Ob die Selmer Vertreter mehr oder weniger Einfluss haben werden, darauf kommt es also im Klaus Schmidtmann (FDP): Verwaltungsrat nicht an – das hat die Vergangenheit gezeigt.“© Foto: Jessica Bader
Dieter Kleinwächter, CDU, stellvertretender Verwaltungsrats-Vorsitzender:: „Die Träger haben sich Gedanken gemacht, wie es weiter gehen soll. Und zwar agieren sie aus der Stärke heraus, die beide Institute haben, und nicht aus einer Notsituation. Die Sparkasse macht eine Mittelfrist-Planung. Wenn die Zinssituation so bleibt, wie sie ist, dann wird es auf der Ertragsseite schwierig. Diese Prüfung einer Fusion macht man am besten in Ruhe und nicht unter Zwang. Ich hoffe, bei uns wird das eine Liebes-Heirat.“© Foto: Karim Laouari
Maria Lipke (UWG): „Die Kunden sind das wichtigste, nicht die Städte. Ich hoffe, dass es nicht zum Schaden der Kunden geht und dass so etwas wie der Abbau des Geldautomaten in Cappenberg nie wieder passiert.“© Foto: Tobias Weckenbrock
Marion Küpper (Die Grünen): „Wir meinen, dass die Fusion nur dann von Interesse ist, wenn dadurch Mitwirkung, Transparenz und Beteiligung erhöht wird. Denn es werden neue Gesellschafterverträge gemacht – und da muss die Politik stärker eingebunden werden, da die Stadt ja auch das Geldinstitut trägt. Wir sehen das als sehr gute Chance, damit in Zukunft nicht mehr so etwas herauskommt wie die Automatenschließung in Cappenberg.“© Foto: Tobias Weckenbrock
Werner Sell (Die Linke): „Ich finde die Fusion positiv. Normalerweise sollte gelten: Ein Kreis – eine Kreissparkasse. Weil die kleinen Institute nicht überlebensfähig sind. Auch die Aussage des Bürgermeisters, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt, unterstützen wir. Sollte die Fusion zustande kommen, sollten mittelfristig die Anzahl der Vorstandsposten von vier auf zwei verringert werden. Vorstandsmitglieder haben ja in der Regel Verträge von fünf Jahren. Vielleicht so wie in Unna und Kamen, wo es bei der Fusion hieß, dass bei Vertragsablauf von den vieren zwei ausscheiden werden.“© Foto: Tobias Weckenbrock
Wolfgang Jeske, SPD: „Der Nordkreis im Kreis Unna braucht eine gemeinsame Sparkasse. Das ist für die Kunden, für die regionale Wirtschaft und den Mittelstand entscheidend. Wichtig ist, die Präsenz in der Fläche zu erhalten, betriebsbedingte Kündigungen zu unterlassen und einfache und klare Strukturen zu schaffen.“© Foto: Tobias Weckenbrock
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