Selmer Radstation: Mieter-Suche verläuft schwierig

Bahnhof Beifang

Das Dach ist neu gedeckt, die Fensterrahmen leuchten blau, doch dahinter ist Leere: Schon seit eineinhalb Jahren steht die Radstation direkt am Bahnhof Selm-Beifang leer. Der Eigentümer - die AWO - hat Schwierigkeiten, einen Mieter zu finden. Dabei biete das Gebäude "relativ viele Möglichkeiten", sagt ein Sprecher.

SELM

, 26.06.2017, 18:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Selmer Radstation: Mieter-Suche verläuft schwierig

Die Radstation am Haltepunkt Beifang steht schon über ein Jahr lang leer.

Der Eigentümer des Hauses, die AWO im Kreis Unna, tut sich schwer, das Gebäude zu vermieten. Im Obergeschoss hängen Gardinen an den Dachfenstern, es ist bewohnt. Doch unten gehen schon lange keine Kunden mehr ein und aus. Dabei biete das geräumige Ladenlokal „relativ viele Möglichkeiten“, sagt AWO-Pressesprecher Sebastian Laaser auf Anfrage. Die AWO, die das Gebäude gekauft hatte, sei offen für alle Nutzungsvorschläge.

„Es gab auch schon mal Gespräche“, sagt Laaser. Ein Bäcker habe beispielsweise einmal angefragt. Doch draus geworden ist nie etwas.

Verkauf ist auch eine Option

Auch ein Verkauf kommt für die AWO inzwischen in Frage. Denn sie selbst hat keine neuen Pläne für die Räume am Beifanger Weg. Ein neuer Versuch mit einer Radstation sei keine Option, so Laaser. Die AWO betreibt derzeit sechs Radstationen im Kreis Unna – es waren einmal fast doppelt so viele.

Auch in Selm hat es nicht funktioniert. Bewachtes Abstellen des Fahrrads, eine Herberge für Fahrradreisende, kleine Reparaturen, Anbindung an den Nahverkehr – dafür war die Nachfrage in Selm zu gering, wie eine Studie ergab.

„Keine großen Verluste“

Auch die anderen Radstationen im Kreis, etwa in Lünen am Bahnhof, sind nicht immer rentabel. Sie ließen sich aber „ohne große Verluste“ betreiben, so AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert. Im Februar 2014 übernahm dann ein Privatmann die Nachfolge am Bahnhof Beifang. Er betrieb die Radstation bis Ende 2015. Seitdem steht sie leer.

Auch die Stadtverwaltung möchte bei einer neuen Vermietung unterstützen. Sie sei beratend tätig, sagt Pressesprecher Malte Woesmann auf Anfrage. Derzeit werde geprüft, ob eine andere bauliche Nutzung möglich sei. Hoffnungen setzt die AWO auch auf eine andere Umbaumaßnahme, so Sebastian Laaser. „Wir versprechen uns etwas von der Bahnhofsanierung.“ Die ist allerdings erst für 2018/19 geplant. 

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