Selmer Raub-Opfer lehnt Spendensammelaktion ab

Nach Überfall

Kaum ist die Hilfsaktion für den am Donnerstag mitten in Selm überfallenen Senior gestartet, ist sie auch wieder beendet. Auf ausdrücklichen Wunsch des Opfers. Wir haben ihn nach seinen Beweggründen befragt.

SELM

, 31.05.2015, 13:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Selmer Raub-Opfer lehnt Spendensammelaktion ab

Richard M. (Mitte) ist von zwei Frauen überfallen worden.

Richard M. hat zwei wichtige Argumente: Aus seiner Sicht gebe es mit Sicherheit andere Menschen, die eine Unterstützung mehr benötigen als er. Deshalb will er auch das Geld, das bereits in ein aufgestelltes Sparschwein geworfen worden ist, an „ärmere Menschen“ weitergeben. Wer das am Ende sein wird, will er sich noch überlegen. Als „gut gemeint“ bezeichnet Richard M. die spontan initiierte Hilfsaktion. „Für mich muss aber nichts zusammen kommen.“

Der zweite entscheidende Punkte ist: Das Opfer ist nach einem Gespräch mit der Versicherung durchaus optimistisch, am Ende nicht auf dem Schaden hängen zu bleiben.

Wichtig sind dem 82-Jährigen nach dem feigen Überfall weitere Aspekte. Zunächst einmal möchte er sich auch auf diesem Weg für die große Anteilnahme bedanken. „Es war aber auch ein dicker Hund.“ Gleichzeitig betont er, dass ihn der Überfall nicht „so zermürbt“ hat, dass er am Überfalltag seine Pläne komplett über den Haufen geworfen hat. Das Geld hatte er am Mittag abgehoben, um seine Frau an ihrem Geburtstag zum Essen einzuladen. Dieses Vorhaben hat er auch einige Stunden nach dem Überfall in die Tat umgesetzt.

Von der Polizei gab es am Sonntag keine Auskunft über den aktuellen Ermittlungsstand. Die Leitstelle verwies auf ermittlungstaktische Gründe. Zudem sei eine Rückfrage mit dem Sachbearbeiter erst am Montag möglich. Fakt ist aber, dass es zumindest einen konkreten Anhaltspunkt gibt. Zeugen konnten das Fluchtfahrzeug genau beschreiben. Zudem hatten sie sich das ausländische Kennzeichen „3002 CLJ“ gemerkt.

Weitere Hinweise an die Polizei in Werne unter Tel. oder 9210.

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