Selmer "Rodelhügel" belastet nicht den Haushalt

Kein Skandal

Das wäre ein gefundenes Fressen gewesen für den Bund der Steuerzahler: Die hoch verschuldete Stadt Selm baut mit öffentlichen Mitteln einen Rodelberg. Dabei schneit es in Selm nicht einmal dann, wenn der Wetterdienst wie am Freitag vor einem Wintereinbruch warnt. Jetzt stellt sich heraus: Der Aufschrei ist unbegründet.

SELM

, 15.01.2017, 18:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
So soll der zwölf Meter hohe Hügel aussehen.

So soll der zwölf Meter hohe Hügel aussehen.

Die Kämpfer gegen Steuerverschwendung und Staatsverschuldung werden aufgehorcht haben, als sie diese Mitteilung aus Selm in ihrem Düsseldorfer Büro Ende des Jahres erreichte.

„Allerdings stellt sich die Angelegenheit dann doch anders dar“, sagte Bärbel Hildebrand, Sprecherin des Bundes der Steuerzahler NRW, am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. „Offenkundig ist das Aufschütten des Hügels nicht viel teurer als das Abtransportieren des Erdreichs“, so Hildebrand. „Sogar günstiger“, führt Stadtsprecher Malte Woesmann aus.

Aussichtshügel mit Blick auf die "Aktive Mitte"

Schließlich werde 2018 bei der Gestaltung des Selmer Bachs – eine Maßnahme zum Hochwasserschutz – viel Erdreich bewegt werden müssen: „einige zehntausend Kubikmeter“. „Anstatt alles abzufahren, schichten wir es auf“– nicht für einen Rodelberg auf der Freifläche an der Münsterlandstraße, sondern für einen zwölf Meter hohen Aussichtshügel mit Blick auf die künftige Freizeit- und Wohnfläche „Aktive Mitte“. 

Ein Kletterparcours werde hinaufführen, und eine barrierefreie Zuwegung sei auch geplant. „Dass man da an den zwei, drei Tagen, an denen Schnee liegt, auch wird rodeln können, ist nur ein Nebeneffekt.“

Lesen Sie jetzt